Mission: Impossible - Rogue Nation

Action, USA 2015, 132 min

Wenn ich Mission Impossible höre, muss ich immer geradezu zwanghaft an den bekannten Cartoon denken, auf dem drei Männer ohne Hände zu sehen sind, die an einem Tisch sitzen, auf dem ein Stapel Spielkarten liegt und aus deren T-Shirts nur ihre traurigen Armstümpfe herausragen. Das Ganze ist treffend mit „Mischen Impossible“ untertitelt. Auch denke ich immer wieder in gepflegter Regelmäßigkeit beim akustischen Auftreten von Lalo Schifrins Mission-Impossible-Titelmusik, dass diese einem James Bond-Film entstammt und schlage mir immer wieder, ob meiner Fehlung, laut schallend auf meine hoch begabte Stirn. Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass die Rolle des Ethan Hunt (http://www.moviepilot.de/people/tom-cruise - Tom Cruise, you remember) schon irgendwie in gewisser Weise an die des James Bond erinnert, vor allem seit Daniel Craig den Martini übernommen und die Action an Explosivität und Härte arg zugenommen hat.
Sämtliche uns bekannte anatomische Gegebenheiten (nach Gottfried Bammes) werden ein weiteres Mal außer Kraft gesetzt und in den Bereich von Marvel-Comic-Verfilmungen katapultiert. Arg erstaunlich auch, dass »Rogue Nation« bereits der fünfte Teil der Reihe ist. Nachdem unser 1,70er Actionsize-Riese im letzten Teil selbstverständlich die Welt vor einer atomaren Katastrophe gerettet hat, gilt es, nun aber mal bisschen mitzumachen und die Welt vor den wirklich schlimmen Dingen zu retten. Als Ethan Hunt in Griechenland angekommen ist und am Athen-Eleftherios-Venizelos-Airport völlig unerwartet auf Alexis Tsipras trifft… Nein, kleine herzige Humoreske ;-.
Aber auch das Pentagon muss sparen und hat, warum auch immer, das IMF (kurz Impossible Missions Force) aufgelöst. Völlig auf sich gestellt und ohne stattlich-staatliche Unterstützung ist er dem sagenumwobenen „Syndikat“ auf der Spur, dessen Existenz sich immer mehr auf terroristische (was sonst) Weise bewahrheitet. Höchstes Ziel dieser omni-ominösen Untergrundvereinigung ist es, durch gezielte Anschläge die Welt zu destabilisieren, um eine globale Neuordnung zu schaffen. Die primäre Aufgabe dabei zunächst, alle ehemaligen Mitglieder des IMF zu töten, um ungestört die eigenen Ziele zu verwirklichen. Nun hat man, wie könnte es anders sein, die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ethan trommelt alle verfügbaren ehemaligen Mitglieder des IMF zusammen, um in einer, Achtung, jetzt kommt's, alles entscheidenden letzten Mission mal wieder zu zeigen, wo Barthel den Most holt und der Frosch die Locken hat.
Da aber auch das Syndikat keine dahergelaufene Schleudertruppe ist und aus hoch spezialisierten Topspezialmegaagenten besteht, dauert der Film 130 Minuten. Da glüht das Actionkaleidoskop, dass es nur so eine Pracht ist und Regisseur Christopher McQuarrie (»Die üblichen Verdächtigen« - Drehbuch, »The Way of the Gun« - Drehbuch, Regie) zeigt, dass er keineswegs auf der cinematographischen Wurstbrühe daher gesurft kommt. Opulentes Unterhaltungskino, das trotz der immer gleichen ausgelutschten Weltrettungs-Leier vorzüglich zu unterhalten weiß und sich angenehm nicht zu ernst nimmt.
Ray van Zeschau (der bei Neumanns das Bier holt)

Buch: Christopher McQuarrie, Bruce Geller

Regie: Christopher McQuarrie

Darsteller: Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Jeremy Renner, Simon Pegg, Alec Baldwin, Ving Rhames, America Olivo, Sean Harris, Simon McBurney, Judit Novotnik

Kamera: Robert Elswit

Musik: Joe Kraemer

Bundesstart: 06.08.2015

Start in Dresden: 06.08.2015

FSK: ab 12 Jahren