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Ich und Kaminski

Komödie, Deutschland/Belgien 2015, 123 min

Kunstgeschichte ist eigentlich der bodenständigste Studiengang überhaupt. Erst studiert und lernt man sich die Seele aus dem Leib, schreibt Hausarbeit über Hausarbeit und irgendwann hat man den Abschluss in der Tasche. Aber zieht man dann ins Leben hinaus und verwandelt den Universitätsabschluss in Sportwagen und Eigentumswohnungen? Nein! Man endet hinter der Kasse von McDonalds oder macht andere Nebenjobs. So auch Sebastian Zöller (Daniel Brühl). Dieser schlägt sich mit kleineren Gelegenheitsarbeiten nach seinem Kunstgeschichtsstudium gerade so durch. Aber nun hat er einen ganz großen Fisch an der Angel: Er will die Biografie des Malers Manuel Kaminski (Jesper Christensen) schreiben. Dieser wurde anno dazumal von Picasso und Matisse gefördert und war zumindest eine Zeit lang weltberühmt. Kräftig gealtert, lebt Kaminski inzwischen abgeschieden in den Alpen und ist irgendwie in Vergessenheit geraten. Das Ende seines Lebensabends lässt sich mittlerweile auch schon am Horizont erkennen. Insofern ist alle Eile geboten, um das Buch rechtzeitig zu seinem Ableben fertig zu bekommen. Nach allerhand Recherche und Interviews mit alten Weggefährten ist Zöller mehr als glücklich. Alle widersprechen sich, und der angeblich blinde Maler hat definitiv Dreck am Stecken. So macht er sich auf den Weg zu dem durch Bergluft gereiften Künstler, um exklusive O-Töne zu bekommen. Trickreich gelingt es dem Biografen, Kaminskis wachsame Vertraute loszuwerden und den Maler auf einen tagelangen Road-Trip im Auto mitzunehmen, um seine ehemalige Muse ausfindig zu machen. Doch während er glaubt, den alten kräftig gegen die Wand zu fahren, hat dieser seine eigene Agenda, sich Sebastian zu nutze zu machen.
José Bäßler