Kaffee mit Milch und Stress

Drama, Finnland 2013, 103 min

Mit zunehmendem Alter kommt fast jeder an den Punkt, wo man keine Lust mehr hat, jeden neumodischen Käse noch mitzumachen. Manche klinken sich eher aus, manche später, aber alle murmeln dabei, dass früher alles besser war. Der alte Zausel (Antti Litja), der solche Gedanken ungefähr seit 1953 äußert und der nun wegen eines Treppensturzes sein Dorf und die pflegebedürftige Alte verlassen muss, um zum Arzt nach Helsinki zu gelangen, schimpft auf die hektische Großstadt wie ein Rohrspatz. Keine Sekunde wird der Alte müde, dieses ""Früher"" zu beschwören, wenn sein Sohn (Iikka Forss) ihn kurzerhand daheim einquartiert. Wo er mit Unverständnis und Verdruss mitten durch den Haushalt einer durchschnittlich modernen Familie poltert. ""Der Hundertjährige, der zum ersten Mal sein Haus verlassen musste, in dem er geboren wurde"" scheitert an der technischen Ausstattung der Wohnung, schimpft über die Emanzipation und verflucht den allgegenwärtigen Lärm, der die Stadtmenschen umgibt. Und Kaffee gibt es auch nicht zu trinken in dieser laktosefreien Welt.
Dazu hat seine Schwiegertochter (Maria Perankoski) ein anstrengendes Wochenende mit einem russischen Geschäftsmann vor sich und ist kein bisschen erheitert von der Idee, dass dieser Stinkstiefel von einem Pflegefall das Haus verwüstet… Man sagt den Finnen ja alle möglichen Sachen nach, aber Geschmack haben sie offenbar, wenn sie sich etwas mürrisch eine Kinokarte kaufen müssen. Der bereits 2014 gezeigte Film »Mielensäpahoittaja - The Grump« brach beinahe jeden nationalen Zuschauerrekord und bestärkte das Ansehen von Regisseur Dome Karukoski, welcher gerade mit »Tom Of Finland« wieder auf Filmpreise Jagd machte.
Alpa Kino