Iraqi Odyssey

Dokumentation, Schweiz/Deutschland/Irak/Vereinigte Arabische Emirate 2014, 96 min

Irak - heute gilt das Land als Synonym für den Hort des Bösen und gescheiterter Politik, Stichwort IS, blutige Anschläge, Religionsterror und das offensichtliche Scheitern der Politik der USA. Medial wird das transportiert über Bilder wütender Kriegserklärungen bärtiger Männer, Auto-Bomben, schluchzende Frauen in schwarzen Umhängen und zerstörte, staubige Landschaften.
Dagegen stehen die Erinnerungen vieler Menschen an ein vormals reiches und auf seine uralten Traditionen stolzes Land. Dank sprudelnder Erdöleinnahmen war ein Lebensstil möglich, der dem Europas zumindest in den Städten nicht viel nachstand. Diesem Umstand widmet »Iraqi Odyssey« einen leicht verklärten und auch zornigen Blick zurück. Warum musste das passieren?
Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen einer Familie aus den fünfziger bis siebziger Jahren: Frauen in schicken Kleidern studieren an der Universität und werden von zuvorkommenden Männern in eleganten Anzügen begleitet. Überall ist moderne arabische Musik zu hören. Die Kinos zeigen amerikanische, indische und arabische Filme. Trotz Demonstrationen und Kritik an der kolonialen Tradition des Westens dominierte ein ausgeprägter Glaube an den Fortschritt und die Teilhabe an der modernen Welt.
Fünfzig Jahre später ist davon nichts mehr geblieben. Heute lebt jeder fünfte Iraker in der Diaspora. Filmemacher Samir erzählt die Geschichte seiner irakischen Familie, die verstreut auf der ganzen Welt in Auckland, Moskau, Paris, London und Buffalo (NY) lebt. Seine Familie schildert den Traum von Moderne, gesellschaftlichem Fortschritt und dem Wunsch nach Freiheit.
ak