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Die Kinder von Aleppo - Zwischen den Fronten des Bürgerkrieges

Dokumentation, Deutschland 2014, 43 min

Syrien, Aleppo, Sommer 2013: Mehr als 11.000 Kinder sind im Bürgerkrieg zwischen dem Assad-Regime und der Rebellenarmee getötet worden, mehr als eine Million befinden sich auf der Flucht. In der zerstörten Stadt ist es zur militärischen Patt-Situation gekommen. Raketeneinschläge, Panzergeschosse und Scharfschützen bestimmen auch den Alltag der Kinder.
Fast zwei Dutzend Mal ist Filmemacher Marcel Mettelsiefen für seine Reportage in die syrische Stadt gereist. In »Die Kinder von Aleppo« begleitet er das Leben der Familie des Rebellenkommandanten Abu Ali Al-Saliba. Hundert Meter von der Frontlinie entfernt bewohnen Farah, 5, Sara, 8, Helen, 13, und ihr Bruder Mohammed, 14, in einem kriegsversehrten Haus nun die Wohnung Geflohener. Ein Alltag zwischen fürsorglichen Männern, die zum Angreifen nach nebenan gehen wie andere zur Arbeit, in einer Familie, in denen Mutter und Vater zivilgesellschaftliche Werte in Ehren zu halten suchen.
Die Kinder, die in zerstörten Häusern auf Entdeckungsreise gehen und Wiederaufbau spielen, leben ein höchst gefährliches, gleichzeitig behütetes Leben. Freimütig, ausgelassen geradezu, lassen sie Mettelsiefen an ihrem Zeitvertreib, an ihren Wünschen und (Alb-)Träumen teilhaben. Aboude, 12, dagegen wirkt wie vor der Zeit gealtert. Als Vorsänger bei Demonstrationen hat es der Junge zu lokalem Ruhm gebracht. In Worten und Körpersprache aber ist zu sehen, dass er stets mit dem Schlimmsten rechnet. Seit der IS auf dem Vormarsch ist, spielt sich auch für die Kinder von Aleppo das Kriegsgeschehen an zwei Fronten ab. Entführung, Folter und Tod sind allgegenwärtig.
Grimme-Institut