Die Wahlkämpferin

Komödie/Drama, USA 2015, 108 min

Da man, um Wahlen zu gewinnen, nicht nur eine Menge Geld braucht, sondern dieses auch geschickt einsetzen muss, gibt es den Beruf des Spin-Doctors. Das sind Leute, die genau zu wissen scheinen, wie die Öffentlichkeit und die Medien funktionieren, deren Erscheinen wahrscheinlich sogar geprägt haben und daher im Wahlkampf unerlässlich sind, um Politiker durch Tricks und Manipulationen im richtigen Licht stehen zu lassen. Das denkt man jedenfalls, wenn man Satiren wie »The Manchurian Candidate« (1962 / 2004), »Wag the Dog« (1997) oder »The Ides of March« (2011)) gesehen hat. Mit »Our Brand is Crisis« gibt es jetzt einen weiteren Film, der das belegt: Im bolivianischen Wahlkampf wird eine für ihre Raffinesse berühmte Strategin (Sandra Bullock) dem in Umfragen weit abgeschlagenen Kandidaten zur Seite gestellt. Zunächst geht sie die Sache etwas halbherzig an, dann aber, als sie im Berater des Gegners einen alten Konkurrenten entdeckt (Billy Bob Thornton), mit dem sie noch eine Rechnung offen hat, legt sie richtig los. Eine heiter-hitzige Farce über die Machenschaften und Methoden des politischen Räderwerks beginnt.
Indie-Meister David Gordon Green (»All the Real Girls« (2003), »Prince Avalanche« (2013)) und Drehbuch-Routinier Peter Straughan (»Tinker Tailor Soldier Spy« (2011), »Frank« (2014)) fiktionalisierten für ihren Film die gleichnamige Dokumentation von 2005, in der Rachel Boynton bereits zeigte, wie Politik eigentlich funktioniert. Dieses Hintergrundwissen, dass der Film zumindest in Ansätzen auf Tatsachen basiert, ist aber leider auch sein brisantestes Element, denn trotz seines großartigen Teams lahmt er die meiste Zeit den Erwartungen hinterher.
Felix