Stilles Land

Drama, Deutschland 1992, 98 min

Andreas Dresens viel beachtetes Spielfilmdebüt »Stilles Land« ließ bereits die Vorliebe des Regisseurs erahnen, die Resonanz großer politischer Ereignisse gewissermaßen an der Peripherie zu vermerken. Es ist die Atmosphäre des Untergangs der DDR, die ihr Echo in der mecklenburgischen Provinz findet: Hier ist im Herbst 1989 das Ensemble eines Theaters dabei, für die neue Saison Becketts Stück Warten auf Godot einzustudieren. In diese Situation platzen die Nachrichten von den Geschehnissen in der Prager Botschaft und an der ungarischen Grenze, was bei allen nicht ohne Wirkung bleibt.
Der neue und engagierte junge Regisseur Kai Finke (Thorsten Merten) ist mit Eifer bei der Sache; für ihn sind die Parallelen zwischen dem zu inszenierenden Bühnenstück und den aktuellen Ereignissen offensichtlich. Sein Bestreben, die ausweglose Situation des Wartens zu aktualisieren, stößt indessen an seine Grenzen, denn die Begeisterung der Truppe lässt zu wünschen übrig. Finke wiederum interessiert die Entwicklung der Realität nur am Rande; eine von seinem Ensemble verfasste Resolution hält er zunächst zurück. Die Ereignisse überschlagen sich, und nach der von Krenz verkündeten „Wende“ soll nun eine neue, aktuelle Konzeption für das Stück realisiert werden. Als es jedoch zur Premiere kommt, haben die Menschen inzwischen ganz andere Interessen.