TRAILER

Beuys

Dokumentation, Deutschland 2017, 107 min

Kann eine Plastik die Welt verändern? Der halbwegs gebildete Dresdner Bürger vermutet zumindest, dass drei Busse verschiedene Denkprozesse in Gang gesetzt haben könnten. Die Busse hätten dem 1921 in Krefeld geborenen Aktionskünstler Joseph Beuys sicher gefallen. Seine Objekte waren Straßenbahnhaltestellen, Filzrollen, tausendfache Eichen, oder regelmäßig auch solche Installationen, die von diensteifrigen Raumpflegern in der Regel ""aufgeräumt"" wurden. Oder, wie im Dresdner Fall, auch als Sperrmüll bezeichnet wurden. Schwamm drüber, Beuys ging es mehr um den kreativen Prozess. Seine erklärtes Ziel war weitaus komplexer als 15 Minuten Ruhm. Im Idealfall sollte sich für jeden das Leben zum Besseren wenden, der an seiner Kunst partizipierte oder der es ihm gar gleichtat, und durch sein kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen versuchte. Soziale Plastik nannte er diese Idee vom ""erweiterten Kunstbegriff"". Etwa zur selben Zeit entstand jenseits der Mauer der Begriff vom ""Bitterfelder Weg"". Auf der documenta 5 in Kassel gründete Beuys das Büro „Für direkte Demokratie und Volksabstimmung“ und sprach 100 Tage lang mit jedem Bürger, der das wünschte.
Stephan Krumbiegel und Olaf Vogtländer erhielten für den Filmschnitt dieser Doku auf der Berlinale 2017 den Silbernen Bären. Sie montierten die visionäre Absicht von Regisseur Andres Veiel zu einem Gesamtkunstwerk; Beuys agitiert, kratzt, rennt, boxt und vor allem denkt er laut. Beuys denkt, jeder Mensch hat das Potential, so zu sein, wie er es ist. Das würde die Welt verändern.
Alpa Kino