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Lieber Leben

Drama/Komödie, Frankreich 2016, 110 min

Die Europäer haben eine besondere Vorliebe für Filme über behinderte Personen. In diesem Sinne sind schon viele schwierige und anstrengende Filme entstanden, die alles zu sehr problematisieren oder verkitschen. Doch der französische Film »Lieber Leben« schafft es, den richtigen Ton für dieses Thema zu finden und balanciert scheinbar mühelos auf diesem Drahtseil. Der Film erzählt die Geschichte des schlagfertigen Sportlers Ben (Pablo Pauly), der durch einen Halswirbelbruch sein Leben lang auf Hilfe angewiesen sein wird, und dem aufgeweckten Farid (Soufiane Guerrab), den das Schicksal schon vor Jahren an den Rollstuhl fesselte. Die beiden lernen sich im Krankenhaus kennen und beschließen, das Leben mit all seinen Facetten zu leben. Dazu gehören nun auch die etwas schusselige Krankenschwester Christiane (Anne Benoît) und der immer fröhliche Pfleger Jean-Marie (Alban Ivanov). Zusammen mit den beiden spaßigen Freunden Toussaint (Moussa Mansaly) und Steeve (Franck Falise) und der wunderbaren Samia (Nailia Harzoune) kosten Ben und Farid das Leben mit all seinen Hürden und Freuden aus. So einfach und alltäglich die Geschichte auch wirkt, umgesetzt wurde diese mit viel Liebe und Leichtfüßigkeit. Dabei übernahmen die beiden französischen Regisseure Mehdi Idir und Grand Corps Malade die Regie und verwandelten die autobiographische Geschichte von Malade in großes Kino. So kommt aus Frankreich mal wieder ein Feel-Good-Movie, aber der besonderen Art, der wie auch schon »Ziemlich beste Freunde« die richtige Balance zwischen Authentizität, großen Gefühlen und Humor findet.
Doreen