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Jupiter's Moon

Drama/Fantasy, Ungarn/Deutschland 2017, 129 min

Der junge Aryan Dashni (Zsombor Jéger) und sein Vater (David Yengibarian) sind wie viele andere Flüchtlinge auf dem Weg fort aus Syrien. Als sie von Serbien nach Ungarn illegal die Grenze überqueren wollen, wird Aryan vom moralisch verkommenen und korrupten Polizisten Laszlo (György Cserhalmi) mit drei Schüssen in die Brust getroffen. Als er im Lazarett eines Flüchtlingscamps erwacht, stellt er fest, dass er, statt zu sterben, übersinnliche Fähigkeiten entwickelt hat. Er kann nur durch die Kraft seiner Gedanken schweben.
Das Wunder bleibt natürlich nicht lange ein Geheimnis: Sein behandelnder Arzt, der abgebrannte Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze), wittert mit ihm das große Geld. Er schmuggelt ihn heraus und will hinter das Geheimnis kommen. Außerdem präsentiert er Aryan seinen reichen Patienten als Beispiel für eine Wunderheilung. Gleichzeitig macht sich der korrupte Laszlo auf den Weg, den Wiederauferstandenen zu jagen, da er Angst hat, Aryan könnte ihn wegen unrechtmäßigen Schusswaffeneinsatzes anzeigen.
Entstanden ist eine wilder Genrefilm, eine furiose Mischung aus übernatürlichem Fantasy-Thriller und anklagendem Kommentar zur Situation, dabei nicht nur von Flüchtlingen in Ungarn. Mundruczó zeigt das moderne Ungarn voller Korruption, jeder ist sich selbst der Nächste und die Menschen befinden sich in einem krankhaften Wettbewerb. Der Gesellschaftssatire ist anzumerken, dass erst später in der Entwicklungsphase die Problematik der Flüchtlinge hinzugekommen ist.
»Jupiter’s Moon« feierte seine Premiere im Mai 2017 bei den Filmfestspielen in Cannes, wo er im Wettbewerb lief und für Aufsehen sorgte. Drei Jahre zuvor hatte Regisseur Kornél Mundruczó bereits mit seinem Drama »Underdog« den Preis der Sektion Un Certain Regard in Cannes gewonnen und auch bei uns im Kino für Aufmerksamkeit gesorgt.
Anne