TRAILER

Die Nacht der Nächte

Dokumentation, Deutschland 2018, 97 min

Die beiden Filmemacherinnen und Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli lieferten uns mit »Almanya - Willkommen in Deutschland« einen starken Film ab mit einem leichtfüßigen Plädoyer für mehr Offenheit und Toleranz. Bei ihrem neuesten Film, der Dokumentation »Die Nacht der Nächte«, führten sie zusammen Regie und Nesrin schrieb wie gewohnt das Drehbuch dazu.
Die 96 Minuten lange und somit knackige Dokumentation erzählt von vier Paaren, welche alle mehr als 55 Jahre zusammen sind. So lernen die Zuschauer ein Nachkriegspaar aus dem Ruhrgebiet und ein zwangsverheiratetes Paar aus Japan kennen, welches sich anfänglich schwer tat, Liebe zu entwickeln. Ganz im Gegensatz zu dem indischen Paar, das gegen das Kastensystem geheiratet hat. Abgerundet wird die Dokumentation von einem schwulen Pärchen aus Amerika, das durch eine Adoption die rechtlichen Probleme gelöst hatte. Die vier Pärchen, welche über die Welt verteilt sind, haben eins gemeinsam: Sie sind schon sehr lange zusammen. So gehen die beiden Schwestern Samdereli auf die Suche nach dem Geheimnis einer langjährigen Beziehung. Wie verhält es sich mit dem Glück und der Liebe über die Zeit? Wie wendet man Krisen ab oder übersteht sie? Diese Antwortsuche wird in wunderbaren Bildern festgehalten und lebt von der Natürlichkeit ihrer Protagonisten. Dabei wird der Film nie kitschig, kann aber mit Menschlichkeit und der spürbaren Liebe der Paare berühren und hinterlässt ein warmes, schönes Gefühl beim Betrachter. »Die Nacht der Nächte« ist ein wunderbares Beispiel, dass man auch als etablierte Spielfilmregisseure oder in dem Fall Regisseurinnen den Schritt zur Dokumentation wagen kann. Mit den innewohnenden narrativen Möglichkeiten liefern sie ein schönes Portrait mit Mehrwert und viel Herz.
Doreen