The First Purge

Thriller, USA 2018

Das erste Mal tat‘s noch weh, beim zweiten Mal … und beim dritten Mal, na ja, ihr kennt das ja. Angeblich gewöhnt man sich an den Schmerz. Aber bei der Purge irrt Stefan Waggershausen, denn bei der ersten Purge, genannt „Die Säuberung“ war alles noch ein bisschen kleiner und kuschliger als in den folgenden Filmen. Teil vier hier ist nämlich der chronologische erste Teil, ein Kniff, der ja seit einigen Jahren sehr beliebt in Hollywood ist. Hier nun sind wir also live dabei, wie die US Regierung, genannt die „Neuen Gründerväter Amerikas“ , auf die amüsante Idee kommt zu testen, ob man nicht das Elend der Menschen minimieren könnte, indem man mal einen Tag bzw. eine Nacht im Jahr so richtig die Sau rauslassen und gleich noch schlachten kann. Alles ist erlaubt, Stehlen, Kaputtmachen, Töten und unendlich viel Rocher essen, sogar im Sommer! Als Kerngebiet des Spektakels hat man den New Yorker Stadtteil Staten Island ausgesucht, erstens ist das eine Insel und damit (eigentlich) gut absperrbar und zweitens ist das Leben, zumindest in der Filmwelt, dort wohl auch eher so lala, Bandenkriege, Gewalt, struktureller Sexismus, langsames W-Lan etc. Da wäre es also quasi eh nicht schade, wenn sich die Bewohner gegenseitig aus der Rentenversorgung kicken. Doch siehe da, statt totschlagen will man eher Partys feiern und das ganze schöne Konzept kaputtmachen. Das gefällt den Veranstaltern gar nicht und schicken deshalb einfach ein paar professionelle Wüteriche auf die Insel. Voll die Schummelei! So was würde man ja zum Beispiel von einer deutschen Regierung nie erwarten! Deshalb ist es eben auch nur ein Filmspaß und ich bin sicher, Olaf, Angela und rollin‘ Wolfgang gucken sich das Ganze nur privat und nicht dienstlich an. Im übrigen müsste die Filmreihe hier ja nun enden, schließlich wurde die Purge ja im letzten dritten Teil, abgeschafft. Aber dafür wird es eine Serie geben, die sich wohl eher mit der Zeit zwischen den „Säuberungen“ befasst. Mit anderen Worten: Bleibt sauber!
Pinselbube