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Meine Tochter - Figlia Mia

Drama, Italien/Deutschland/Schweiz 2018, 110 min

Wie ernüchternd die Erkenntnis für ein Kind sein kann, dass die eigene Mutter nicht die leibliche ist, erzählt der Langfilm, »Meine Tochter - Figlia Mia« realitätsnah und ohne Scheu. Er ist der zweite Streifen der italienischen Filmemacherin Laura Bispuri, die mit »Sworn Virgin« debütierte.
Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag gerät die Welt der kleinen Vittoria (Sara Casu) ins Wanken. Bisher führte sie ein ruhiges Leben mit ihrer Mutter Tina (Valeria Golino) auf der Insel Sardinien, als sie im Sommer auf einmal die feierlustige Angelica (Alba Rohrwacher) kennen lernt. Schnell wird ihr klar, dass diese Frau, welche im Dorf einen sehr schlechten Ruf hat, ihre leibliche Mutter sein könnte. So beginnt für Vittoria eine emotional verwirrende Zeit, in der sie sich möglicherweise für eine Mutter entscheiden muss. Die europäische Co-Produktion nach einem Drehbuch von Francesca Manieri und Laura Bispuri geht einem sensiblen Thema auf die Spur. Dabei verwendet Laura Bispuri klassische Elemente, geht aber ein Stückchen weiter und benutzt vor allem die Bildsprache für starke Metaphern. Mit einer Handkamera fängt sie immer wieder Bilder der kleinen Vittoria und des trockenen, sardinischen Sommers ein, die ihr Dilemma widerspiegeln. Dafür braucht die wunderbar ausgewählte Jungdarstellerin Sara Casu nicht viele Worte. Im Gesamten traut sich der Film, die richtigen Fragen mit gesellschaftlicher Relevanz zu stellen. Das macht »Meine Tochter - Figlia Mia« zu einem packenden Drama, welches trotz mancher Verschärfung in der Realität verhaftet bleibt.
Doreen