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Asche ist reines Weiß

Drama, China 2018, 142 min

Qiao ist eine echte Gangsterbraut. Sie genießt es, dass sie respektiert wird, weil sie mit Bin zusammen ist. Als Mitglieder des Jianghu, der mythenbehafteten chinesischen Unterwelt, sind sie angesehen in Datong, einer nordchinesischen Stadt in der Provinz Shanxi. Doch sie geraten in den Hinterhalt einer rivalisierenden Bande und Bin wird fast zu Tode geprügelt - bis Qiao eine Waffe zieht. Fünf Jahre geht sie ins Gefängnis, Bin kommt vor ihr raus. Als Qiao ihn endlich findet, sind die Vorzeichen andere.
Jia Zhangke hat mit seinen bisherigen Filmen, die stets ein Spiegel der chinesischen Lebenswelt sind, schon einige europäische Filmpreise gewonnen - in seiner Heimat werden sie hingegen kaum wahrgenommen, entstehen sie doch außerhalb des Staatsapparates. Auch sein neuester Film »Asche ist reines Weiß« feierte in Cannes Premiere und begleitet seine weibliche Hauptfigur über 17 Jahre. So zeigt er nicht nur ihren andauernden Kampf um das Leben und die Liebe, sondern auch Veränderungen in der chinesischen Gesellschaft. Die Drei-Schluchten-Staumauer etwa gehört zu den Settings, deren Bau tiefgreifende Folgen für die umgebende Bevölkerung hatte. Außerdem verdeutlichen alte dokumentarische Aufnahmen den gesellschaftlichen Wandel.
In der Rolle der Qiao sehen Zuschauer ein weiteres Mal Zhangkes Ehefrau und Muse Zhao Tao, die überzeugend die resolute und selbstständige Lebenskünstlerin mimt. Ihr zur Seite steht Liao Fan als gebrochener Mann. Mit etwa 135 Minuten Laufzeit wird der ruhig dahinfließende Film vermutlich aber nur auf Freunde des Genres seine Anziehungskraft ausüben.
Nadine Faust