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Gegen den Strom

Komödie/Drama, Island 2018, 101 min

Halla liebt ihre isländische Heimat und die nahezu unberührte Natur des Hochlands. So sehr, dass sie sich nicht nur für die Umwelt engagiert, sondern sogar Industriesabotage betreibt. Sie will die Verhandlungen der isländischen Regierung mit einem ausländischen Investor stoppen.
Doch plötzlich hat Halla die Chance, ein Mädchen aus der Ukraine zu adoptieren - ein Traum, den sie längst aufgegeben hatte. Nun muss sie sich entscheiden zwischen privatem Glück und politischer Überzeugung.
Nach seinem gefeierten Spielfilmdebüt »Von Menschen und Pferden« legt Regisseur und Drehbuchautor Benedikt Erlingsson nun »Gegen den Strom« nach und setzt seinem Heimatland damit ein weiteres filmisches Denkmal. Wunderbar trocken reiht er ernste, komische und sogar actiongeladene Szenen aneinander, ohne dies weiter zu kommentieren. Auch Hauptdarstellerin Halldóra Geirharðsdóttir wechselt zwischen politischem Gestaltungswillen und aufkommenden Muttergefühlen, als wäre es das Natürlichste der Welt. Ein erfrischend isländischer Spagat zwischen elendig ausdiskutierendem Autorenkino und überbordendem Hollywoodblockbuster.
Besonders augenfällig sind dabei zwei besondere Kniffe. Zum einen wird der einsam herumradelnde Tourist als stets zur falschen Zeit am falschen Ort auftauchender Ausländer zum Running Gag. Zum anderen wird das Innenleben von Halla durch drei real im Bild spielende Musiker gespiegelt. Das passiert in 100 Filmminuten vielleicht einmal zu häufig, sollte aber letztendlich der einzige Wermutstropfen bleiben.
Nadine Faust