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Captive State

Science-Fiction/Thriller, USA 2019, 110 min

Eigentlich hat man als gymnastizierter Freund des wissenschaftlichen Fiktionsfilmes sämtliche wichtigen Streifen einschließlich diverser Marvel-Verfilmungen bereits gesehen, um festzustellen, ja, kenn ich und zu Hause läuft die Miete weiter. »Captive State« aber liegt ausnahmsweise mal kein Buch, Comic oder dekadentes Westspielzeug zu Grunde, sondern entstammt der Feder von Regisseur Rupert Wyatt (»Planet der Affen: Prevolution«) und seiner Frau Erica Beeney. Weiß nicht, woher die beiden das haben, aber Chicago macht einen mächtig auf Lößnitzjeans und alles ist ziemlich DäDäRädämäßig. Krimbonalität ist ausgemerzt, alles ist super und schmetzelhaft, der Bürger hat so eigentlich alles, muss nicht darben, Armut? Geld interessiert wie einst nicht und Biers gibt es auch. Aber der echte freiheitliche Bürger, der eine vollendete Genscherung nach Prager Vorbild ablehnt, merkt, dass ihm etwas fehlt, er in Echtheit von einer Regierung unterdrückt wird, die opportunistisch mit Aliens paktiert und der Situation ein wirklich düsterer und furchtbarer Hintergrund obliegt. Einst stürmte eine außerirdische Streitmacht die Erde wie einst die Regierung Kohl die DDR unter der Verbrämung, das Land von Chaos, Verderben, Wahnsinn und Sozialismus zu befreien, doch sein Ziel war, wie das der Aliens, ein anderes. Ok, mit dem Sozialismus hab ich mir in Bezug auf die Aliens gerade ausgedacht, da irgendwie auch bei uns dieser verdeckmäntelchte Kampf gegen feinstaubige Scheinmühlen an unsere Gemüter zu klopfen versucht.
Doch wie bei jedem Systemwechsel gibt es ein gerüttelt Maß an Personen, die ihre Oviumchen ins Trockene zu bringen versuchen und kollaborierend wendehalsig aus dieser Situation ihren Nutzen schlagen will. Nachtigall in the wind, schallallallalla…. Fortan steht die Bevölkerung unter ständiger Überwachung und Herrschaftsgewalt der außerirdischen Macht, die ganz eigene Vorhaben für den Planeten und ihre Bewohner haben. Doch es formiert sich ossilike Widerstand, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Außerirdischen samt ihrer irdischen Unterstützer zum Teufel zu jagen. Unser aller John Goodman spielt hier den Chicagoer Polizeibeamten Mulligan, genau einer jener Prototypen, der es in so fast jeder Gesellschaftsform versteh,t sich dieser an den Hals der Herrschenden zu schmieren. Mulligan hat sich der als Legislatur benennenden Regierung, die sich nach der Übernahme der Aliens in Position drapierte, mit großem Eifer angeschlossen, um sich seinen außerirdischen Herrschern wohlwollend und befriedigend anzudienen. Da natürlich nicht jeder bereit ist, sich den Reihen der charakterlosen Wesenheiten anzuschließen, beginnt eine natürlich gnadenlose Jagd auf die Aufständischen. Eine Situation, die nicht nur die Machthaber aus der fremden Galaxie, sondern auch deren gedungene Handlanger mit allen Mitteln verhindern wollen. Es beginnt ein Kampf, und ich wiederhole es ungern, bei der nur eine Seite überleben kann.
Ray van Zeschau (Überlebender)