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Marianne & Leonard: Words Of Love

Dokumentation/Musik, USA 2019, 97 min

Wenn einer die Frauen geliebt hat, dann Leonard Cohen. Womöglich hat er keinen einzigen Song geschrieben, ohne an irgendeine von ihnen zu denken, man höre sich nur ein x-beliebiges Stück an und sofort kann man spüren, wie Cohen beim Schreiben eine Gänsehaut bekam und diese oder jene Dame mit seinen Worten umarmte. Joni, Janis, Dominique, Rebecca und natürlich Suzanne können ein Lied davon singen. Und dann ist da noch Marianne, So long…, seine Muse und ehemalige Partnerin Marianne Ihlen. Die Norwegerin kreuzte Cohens Weg 1960 in Griechenland und der junge Poet hatte plötzlich Schmetterlinge im Bauch. Das war lange, bevor Cohen aus seinen Geschichten Lieder machte und sich überreden ließ, diese auch selbst zu singen. Damals verglich man den kanadischen Dichter mit James Joyce und sagte ihm eine große Karriere voraus. Auf der griechischen Insel Hydra schauten den beiden Verliebten, neben einem Dutzend Künstlern und Aussteigern, nur die Sterne zu, und hier und da die 16mm Kamera von Nick Broomfield. Welch ein Glück. Dort wo alle irgendwie miteinander glücklich waren, traf auch er auf Marianne Ihlen, und ihm wurde sie ebenfalls zur Muse, indem sie ihm dringlich riet, es als Filmemacher zu versuchen… Fast ein ganzes Leben später sucht Broomfield nach jener unbeschwerten Zeit auf Hydra und wischt Staub auf seinen Erinnerungen. Marianne Ihlen, die kurz vor ihrem bevorstehenden Tod 2016 einen letzten Liebesbrief von Cohen erhielt, wollte als junge Frau nichts anderes, als diese Words Of Love für sich und für immer zu haben. Doch Poeten sind keine guten Ehemänner, und so dreht sich diese liebevoll zusammengetragene Doku um die Hochs und Tiefs einer legendären Liebe. Den Dichter, so Marianne, hätte man vielleicht noch lieben können, einen Singer/Songwriter lieben alle.
Alpa Kino