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Falling

Drama, Kanada/Großbritannien 2020, 112 min

»Falling« ist das Regiedebüt von Viggo Mortensen und erzählt die Geschichte einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung.
John lebt mit seinem Ehemann und ihrer gemeinsamen Tochter in Los Angeles. Als sein Vater Willis (Lance Henriksen) an Demenz erkrankt und zusehends Schwierigkeiten hat, alleine zu leben, holt er ihn zu sich nach Hause. Dort muss sich John gemeinsam mit seiner Schwester Sarah (Laura Linney) um die Pflege des Vaters kümmern. Dies ist aber alles andere als einfach. Der konservative Vater vermischt zusehends seine Erinnerungen mit der gegenwärtigen Realität. Aber die Krankheit ist nicht das einzige Problem. Willis ist verbissen und wütend, die Last schlecht verheilter Wunden liegt schwer auf ihm. So hält er auch mit Beleidigungen nicht zurück und lässt keine Provokation aus. Er ist davon überzeugt, dass ein Mann stark sein muss und lässt das ständig heraushängen. John ist ganz das Gegenteil und sieht sich, besonders aufgrund seiner Homosexualität, dauerhaft mit seinen Anfeindungen konfrontiert. Er muss viel ertragen und es wird schnell deutlich, warum er das ländliche Leben hinter sich gelassen hat. Durch seine Erinnerungen wird deutlich, dass auch seine Kindheit davon geprägt war und nicht sehr glücklich verlief. Trotz der seelischen Frakturen, die sein Vater ihm angetan hat, steht seine bedingungslose Liebe zu ihm nicht zur Debatte.
Der vielbegabte Viggo Mortensen führt jetzt auch Regie und schrieb das Drehbuch zum Film. Entstanden ist eine starke vielschichtig erzählte Geschichte, die berührt, ohne dabei übertrieben auf die Tränendrüse zu drücken. Durch die Rückblenden lässt er das Publikum eindrücklich an der Entstehung der Demenz teilhaben und zeichnet ein Bild der Krankheit. Mit »Falling« beweist Mortensen, dass er auch Regie führen kann. In dem sensiblen Drama brilliert auch Henriksen als sturer verwirrter Patriarch.
Juliane