L´humanite

Drama/Thriller, Frankreich 1999, 148 min

Die Zumutung der Bilder und des Lebens
Dies ist die Geschichte eines einfachen Mannes, jung und vertrauensvoll. Pharaon de Winter (Emmanuel Schotte) ist Polizeikommissar. Es ist die Geschichte seines naiven Lebens. Ein besonnener und bescheidener Mann, der schwer am Unrecht der Anderen trägt, und obendrein sehr an seinem Mitgefühl leidet. Er lebt mit seiner Mutter, in einer kleinen Strasse in Bailleul, einer Stadt in Flandern. Er ist unfähig, sich seiner Liebe zur Nachbarin Domina (Severine Caneele) zu erwehren. Genausowenig kann er ihr diese Liebe gestehen. Pharaon de Winter schreit manchmal. Wenn er unmenschliche Bilder im Fernsehen sieht, möchte er schreien. Wenn das Elend, mit dem er bei seiner Arbeit konfroniert wird, so „böse“ ist, muss er schreien. Seine Untersuchungen in einem Mordfall an einem kleinem Mädchen lassen ihn seine Verzweiflung spüren und seine eigene Schuld, eine Art universeller Schuld eines jeden Menschen. In seiner Hilflosigkeit bezichtigt sich Pharaon selbst jenes Verbrechens, indem er wie Jesus die Schuld der ganzen Menschheit auf sich nehmen will.
In Cannes 1999 bekam der Film den Grossen Preis der Jury, sowie die Preise Bester Hauptdarsteller und Beste Hauptdarstellerin. Und wurde trotz allem zum Skandal. Oder gerade deswegen. Eine Zumutung sei das Bild des ermordeten Mädchens für das Publikum, und im übrigen betrüge der Film das Publikum, um dessen Recht auf „wohlverdiente Unterhaltung“. Dabei handelt er doch von der Menschlichkeit und von der Liebe. Unterhaltsam ist das wohl nicht…?! Sonst bräuchten wir auch kaum das Kino.
Doch je nach Absicht des Regisseurs und der Höhe des Budgets spiegelt sich im Kino das Leben wieder. In dieser Hinsicht gehört L´humanite mit in die Reihe der französischen Filme (zuletzt Ponette, Es beginnt heute), die den Menschen und dessen soziales Umfeld in den Mittelpunkt der Handlung stellen.

Regie: Bruno Dumont

Darsteller: Emmanuel Schotte, Severine Caneele

Bundesstart:

Start in Dresden: 18.05.2000