Bandidas

Komödie/Western, USA/Frankreich 2006, 95 min

„Der Sommer ist gerettet, jetzt kommt der Spaß für die ganze Familie.“ Und während mancher noch grübelt, vor wem der Sommer gerettet werden muss und welche Art von Familien gemeint sein könnten, reiten, schießen und halten Sara und Maria bereits ihre prallen Busen über den Tresen. Dass es nur so blitzt und blinkt. Höchstens zwei oder dreimal war der Westen wilder und besser bestückt. Doch jetzt wollen wir keine Erbsen ins Korsett zählen. Da die Geschichte so oder ähnlich bereits zwei- oder dreitausendmal erzählt wurde, kann sich jeder umso entspannter von Penelope Cruz und Selma Hayek retten lassen. Und jetzt ganz kurz die Geschichte, wie die Knarren in die Unterröcke kamen. Ein böser Wicht kam 1880 in Mexico daher und erschoss den Vater einer Bankierstochter namens Sara, und wenig später vergiftete er noch den Vater von der Bauerstochter Maria. Nachdem beide nun ohne männliche Obhut sind, beschließen sie das einzig Logische. Sie schwören Rache, indem sie sich verbünden. Selbstverständlich nicht ohne sich zunächst einmal auf eine gemeinsame soziale Stufe hinabzubegeben, auf die der Bankräuber und Banditen. Zwar sind beide nicht blond, doch bedarf es dazu gehöriger Lektionen durch einen Vorruheständler, einen Ex-Bankräuber namens Bill Buck (wer so heißt, trägt die Profession glatt im Namen). Und man sieht ihm den Gaudi in jeder Szene an der Hutkrempe an, denn zwei solch feurigen Chillischoten das Reiten und Schießen beizubringen, muss für einen alten Cowboy wie Sam Shepard ein unbezahlbares Vergnügen gewesen sein. Viva Maria, viva Mexico.
In der zweiten Hälfte taucht noch so ein Wicht auf, dessen zweifelhafter Auftrag es eigentlich ist, den beiden Bandidas das schöne Handwerk zu legen. Doch wer will es ihm verdenken, dass er es vorzieht, ihnen statt dessen zu verfallen. Beiden. Caramba.
Ach so, der böse Bube vom Anfang, der macht es auch nicht lange und das Ende wäre schnell erzählt, doch wir wollen dem Sommer ja nicht den Spaß verderben.