Mission: Impossible 3

Action/Abenteuer, USA 2006, 126 min

Hier gibt es mal wieder Hiebe auf Gebiss und Gebein, das aber ein bisschen possible und vor allem plötzlich. Nach den hochmesslattigen Vorgängern von Brian De Palma und John Woo ließ sich zunächst niemand finden, der den Stabmixer weiter durch die Kinosäle mischen ließ. Da David Fincher (Panic Room) und andere großrahmige Kino-Koryphäen irgendwie keinen Bock hatten, ließ man mal einen Fernsehmann machen, der in den Staaten schon paar ordentliche TV-Kisten hingelegt hatte. J.J. Abrams klingt zwar eher nach einem Panzeringenieur, aber auch in der Branche muss man mit viel Geld umgehen können. Dass »Mission - Impossible 3« natürlich mehr Kohle verschleudern würde als deren zwei Vorgänger, ist selbstredend und auch ok. Schließlich sind keine Kindertagesstätten dafür dicht gemacht worden. Aber zum Film: Als eine Liste mit, der Wendedeutsche würde sagen, Klarnamen verdeckter Top-Agenten (für Ossis: Spitzenkundschafter) bei eBay zum Verkauf angeboten wird …gut, das mit eBay ist Quatsch, mit dem Verkauf aber stimmt, also da soll eine Belegschaft von Special-Agents dem verräterischen Namensverkaufmann den Garaus machen. Der ist aber irgendwie verflucht brutalon und lässt alle außer Tom “Ethan Hunt“ Cruise über die Klinge springen. Nun sieht aber alles blöderweise so aus, als wäre das Ethan Hunt seine Schuld. Mr. Hunt wird plötzlich zum gehunteten. Und Tom cruist ordentlich durch die Metropolen dieser Welt. Als gemeiner Widerporst steht Tom Cruise der kongeniale Philip Seymour Hoffman (»Capote«) zur Seite, der schon mit Cruise in »Magnolia« aufgespielt hatte. Sie sehen, auch bei Teil 3 kann man nix falsch machen, um im Kino Ihrer Wahl aufs vortrefflichste unterhalten zu werden. Ich persönlich gehe immer zu Herrn Apel, weil der so nett is.
Ray van Zeschau