Wimbledon - Spiel, Satz und… Liebe

Drama, USA 2004, 98 min

Aua, wen interessiert denn so was, außer vielleicht ein paar weißbesockte Geschmacklosjuppies vom Weißen Hirsch? Nur weil »Das Wunder von Bern« so erfolgreich war, muss man doch nicht noch andere Ballsportarten auswalzen. Nun soll das Ding auch eine romantische Liebeskomödie im Zeichen des Centercourt sein. Ich weiß nicht?! Da hätte man doch lieber die Boris Becker-Bobbl-Nummer in dem Londoner Handtuchzimmer verfilmen sollen. Das wäre sicher von allgemeinem Interesse gewesen und hätte uns nicht nur Bobbeles dicken Tennisarm nahe gebracht. Aber so sind sie eben, die Briten, mit ihrem Stück Londoner Vorortrasen, über den vor 128 Jahren jemand mal versehentlich ein altes Netz gespannt hat und seitdem unter mehr oder minder orgiastischen Leibersäußerungen ständig kleine weiße Bälle hin- und hergewuchtet werden. So dümpelt der Film in wohl inszeniertem Beziehungsgemache, und wäre, wenn überhaupt, nur Sonntags nach Kaffee und Kuchen auf dem Sofa ertragbar. Wären, ja wären da nicht noch die peinlichen Tenniseinlagen, die die armen Darsteller (Paul Bettany, Kirsten Dunst u.a. Aktive) sofort als totale Tennisidioten entlarven. 2005 ist Regisseur Richard Loncraine offensichtlich nicht in der Lage, von Spannung mal ganz abgesehen, tricktechnisch ein glaubhaftes Match rüberzubringen. Aua, das tut weh und ist einfach nur peinlich. Stellt sich nun die Frage auf dem cinematographischen Sportplatz: Kommen da jetzt weitere Ballfilme auf uns zu, wie z.B. der verloren geglaubte Stanley Kubrick-Film „Squash 2001“ oder Billy Wilders „Manche mögens rund“?