Mean Creek

Drama, USA 2003, 87 min

George (Josh Peck) ist das klassische Ekelpaket und überhaupt vom Typus: widerlich, ständig bestrebt, zu stänkern und redliche Mitschüler zu verprügeln. Als Sam (Rory Culkin) mal wieder als Träger des blauen Auges aus einer solchen Runde hervorgeht, fasst er zusammen mit seinem Bruder Rocky (Trevor Morgan) den Entschluss der längst überfälligen Revanche. Der Plan sieht vor, dem Unsympath auf einer Bootstour das anzutun, was er sonst an den anderen verübt. Sams Freunde Clyde (Ryan Kelly) und Marty (Scott Mechlowicz) sehen dem Vorhaben begeistert entgegen. Nur Sams Freundin Milly (Carly Schroeder) sieht das anders. Als der Bootsausflug schließlich stattfindet, stellt sich heraus, dass es sich bei Schläger George um eine bemitleidenswerte, unsichere Kreatur handelt. Sam, sein Bruder, Clyde und Milly versuchen, Marty davon zu überzeugen, den Vergeltungsplan zu lassen, aber er ist nicht davon abzuhalten, die Sache durchzuziehen. Am Ende des Nachmittages sind alle Beteiligten verändert. Abraham Lincoln hat sich mal gefragt: Zerstöre ich nicht meine Feinde, wenn ich sie zu meinen Freunden mache? Der packende Film von Autor und Regisseur Jacob Estes, geht der Frage nach: Wie viel Verantwortung hat ein junger Mensch für die Folgen dessen, was er anstellt und was hält eine Freundschaft aus? Durch den Einsatz der Handkamera (gedreht in der Wildnis Oregons) und des rohen visuellen Stils, der den Zuschauer mit den Charakteren treiben lässt, wird der Film zu einem ehrlichen, authentischen und nachdenklich machenden Einblick in die Zeit des Heranwachsens. Estes gelingt ein facettenreiches Porträt über eine neue Generation.
Bettina D. Schneider