Der neunte Tag

Drama, Deutschland/Luxemburg 2004, 97 min

Von Regisseur Volker Schlöndorff (»Die verlorene Ehre der Katharina Blum«, »Die Blechtrommel«, »Homo Faber«) können wir unbestritten großes Kino erwarten.
In seinem neuesten Werk geht es um die Zeit des Zweiten Weltkrieges und um eine Entscheidung auf Leben und Tod. Der Pfarrer Henri Kremer ist im Konzentrationslager Dachau interniert. Für neun Tage darf er in sein Heimatland Luxemburg zurückkehren. Neun Tage, die Kremer (Ulrich Matthes - zuletzt in »Der Untergang«) in seinen Grundfesten erschüttern, die nicht nur über sein Schicksal, sondern auch über das seiner Freunde und seiner Familie entscheiden werden. Auge in Auge mit dem Gestapo-Chef von Luxemburg (August Diehl) und seinen eiskalt kalkulierten Argumenten kommt Henri in Versuchung und muss am neunten Tag bekennen, auf welcher Seite er steht.
Henri Kremer wird es von drei Seiten sehr schwer gemacht. Denn da ist noch seine Schwester Marie, mit großer Leidenschaft gespielt von Bibiana Beglau und die Autorität, der Bischof - dargestellt von Hilmar Thate.
Volker Schlöndorffs Filmvorlage lieferten die Tagebuchaufzeichnungen des Priesters Jean Bernard von 1945, die ihn dazu bewegten, sich nach vierzig Jahren an den brisanten Stoff, die Verbrechen des Dritten Reiches, heran zu wagen. Der Regisseur betont, dass es sich nicht um ein Doku-Drama handelt. „Wir haben es mit einem einzelnen Helden zu tun. Alles hängt vom Schauspieler ab. Die Figur wird nur glaubhaft, wenn sie dargestellt wird als Mensch mit Sinn für Ironie, für das Groteske an der Situation. Ich glaube, dass diese tiefe Menschlichkeit ohne großes Pathos bei Ulrich Matthes gut aufgehoben ist.“ Ist es.