Krieg der Welten

Science-Fiction/Thriller, USA 2005

H. G. Wells schuf 1898 mit „Krieg der Welten“ den wohl allerersten Roman einer interplanetarischen Invasion, der das leuchtende Vorbild zahlloser Alien-Attacken wurde. Orson Welles produzierte 1938 nach diesem SF-Klassiker das wohl berühmteste und wirkungsvollste Radio-Hörspiel aller Zeiten: obwohl als Hörspiel zu Halloween angekündigt, brach derartige Panik aus, dass die Menschen fluchtartig die Städte verließen, da sie glaubten, das Ende der Welt sei nah. 1952 wurde der Stoff dann erstmalig als „Kampf der Welten“ verfilmt und erhielt für die damals sensationellen Special Effects einen Oscar. 1996 nutzt Roland Emmerich den Stoff für Independence Day, ein Film, den man je nach Laune als Plagiat oder Hommage an Wells' Vorlage bezeichnen kann. Schlussendlich kam im selben Jahr Tim Burton und schmiss sämtliche Marsmännerfilme in einen großen Mixer und kredenzte uns Mars Attacks. 2005 haben nun kein geringerer als Steven Spielberg und Tom Cruise eine zeitgemäße Anpassung des Stoffes vorgenommen. Während „E.T.“ und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ uns gutnachbarliche Wesen aus einer anderen Galaxie präsentieren, ist damit in „Krieg der Welten“ gänzlich Feierabend und die Bedrohung hat eine ganz und gar beängstigendere Atmosphäre, als es uns Independence Day gezeigt hat. Der Angriff der Aliens wird aus Sicht einer Familie erzählt, die einen verzweifelten Kampf ums Überleben führt. Dabei setzt Spielberg, wie immer, ebenso auf Emotionen wie auf spektakuläre Spezialeffekte. Der Film presst die Zuschauer förmlich in die, und wenn man nicht aufpasst, sogar durch die Kinosessel.