Millions

Komödie/Jugend, Großbritannien 2004, 97 min

Was stelle ich an, wenn ich sieben Jahre alt bin und plötzlich und unerwartet eine große Tasche voller Geld finde? Wo sich uns bestenfalls eine Fantasiewelt erschließt und wir imaginäre Geschenke verteilen, steht Damian (Alex Etel) tatsächlich vor dieser Frage.
Zusammen mit seinem älterer Bruder Anthony (Lewis McGibbon) und dem Vater (James Nesbitt) zieht Damian in einen neuen Ort in die »Platte«. Neue Schule und neue Gesichter. Den Dreien macht immer noch schwer der Tod der Mutter zu schaffen. Wie andere Jungs sich in dem Alter für Hubräume, PS-Zahlen und Typenbezeichnungen interessieren, faszinieren Damian berühmte Heilige, mit denen er auch spricht. Als ihm der wundersame Segen aus britischen Pfundnoten zuteil wird, glaubt er natülich zunächst an ein göttliches Zeichen.Damian weiht Anthony in sein Geheimnis ein, der eine recht pragmatische Vorstellung davon hat, wie die Kohle am besten in Materielles umzusetzen ist. Das sieht der kleine Bruder allerdings etwas anders.
Von Regisseur Danny Boyle sind bereits die Filme »Kleine Morde unter Freunden« und »Trainspotting« bekannt. In »Millions« geht es sowohl um eine Familiengeschichte als auch um den Stellenwert und Einfluss, den Geld in unserer Gesellschaft hat, was zum Teil mit typisch britischem Humor veranschaulicht wird. Die lebendigen Heiligen kommen leicht überzeichnet, aber noch mit dem nötigen Respekt davon. Gelobt sei mal das Casting. Die Jungs spielen beeindruckend authentisch und hinsichtlich Kameraführung und Schnitt ist der Film experimentell und effektvoll realisiert worden. Einige Situationen erinnern an Sequenzen aus »Alien« und »Star Wars«.