Ein gutes Jahr

Drama/Komödie, USA 2006, 117 min

Lieber großer Kinogott, mach, dass es ein gutes Jahr wird. Bring mindestens noch zehn solche Filme in unser Kino bis zum großen Jahres-End-Cash-Flow. Und wo du gerade dabei bist, großer Hollygott, mach auch alle Werbetrailer zu diesem Streifen kaputt. Nicht nur, dass sie einem die Lust verderben, überhaupt in diesen schönen Film zu gehen, sie vermitteln auch das Gefühl, bei der Werbung fehle nur der Abspann. Der restliche Film sei darin schon vollständig enthalten. Dabei geht alles so toll los. Ein verdammt gutaussehender, gemein gefährlicher und siebenstellige Profite fressender Finanz-Hai hat es mal wieder voll drauf gehabt. Bei Geschäftsabschluss lagen alle anderen Barracudas der Londoner Banken-Szene fein säuberlich am Beckenrand aufgereiht und schnappten nach Luft. „Gewinnen ist nicht alles. Es ist das Einzige!“ tönt es aus der Chefetage der Bank Of Thames, wo Max Skinner (Yo, Russel Crowe ! Als kleiner Bruder eines dreiarmigen Very Special Agents) im Alleingang soeben den europäischen Trading-Bonds-Markt gehörig aufgemischt hat. Keine fünf Minuten lässt Regisseur Ridley Scott seinem Publikum Zeit, auch nur daran zu zweifeln, dass dieser Skinner ein komplettes Arschloch ist. Um sogleich mit der Läuterung zu beginnen. Ein Brief kommt. Max erbt ein Weingut in Südfrankreich, weil Onkel Henry sein letztes Glas aus der Hand gegeben hat. Auf dem Gut „La Siroque“ angekommen und in provenzialisches Sonnenlicht getaucht, fällt ihm alles wieder ein. Der Weinberg, des Onkels Schloss, die unbeschwerten Kindertage. Francis Duflot und dessen Frau begrüßen, bewirten und beneiden ihn. Während Max mit London telefoniert, um den Marktwert für das Chateau und den Weinberg zu sondieren. Schnell verkaufen und schnell zurück, so ist sein Plan. Bis Christie Roberts auftaucht, eine angeblich uneheliche Tochter von Onkel Henry und damit dummerweise in der Erbfolge bevorzugtere Nachkommin. In Skinner gären die Trauben. Er hält Christie für eine Schwindlerin, die es auf’s Weingut abgesehen hat, außerdem hat die Provence längst schon Besitz von Max ergriffen. Nicht zuletzt in Person der attraktiven Fanny Chenal, die sich in ihrem kleinen Weinlokal vor der Welt und allen darin befindlichen Männern verstecken will… C. Fredo