Casino Royale

Action, USA/Großbritannien/Tschech. Republik 2006, 145 min

Sein Name ist Bond, James Bond, aber sein Haar… ist (Stuhl) blond. Tja und da wären wir schon beim ersten Problem, welches Neu-Bond Daniel Craig aufzuweisen hat: Die falsche Haarfarbe. Irgendwie nicht richtig einzuordnen. Herr Bond hat trotz britischen Blutes, welches ja eher ins rötliche tendiert, ich meine die Haare, dunkelhaarig zu sein. Hätte der Dani wenigstens ne anständige Frisur, aber so? Irgendwas zwischen kurz und alternativ sportiv. Überhaupt ist Daniel Craig als Agent seiner Majestät leicht problematisch. Er sieht zwar vom Grundaufbau ganz knackig aus, hat aber immer ein bisschen was von einem tschechischen Busfahrer. Das ist in etwa so ähnlich wie 1969 mit George Lazenby, der nur einmal den Bond, nach The One And Only-Sean Connery verkörpern durfte. Lazenby hatte damals auch etwas von einem Busfahrer, aber mehr aus dem Gebiet um Siebenbürgen. Ich hätte ja mal einem zünftigen schwarzen O-Busfahrer aus Soweto (zur Zeit in London lebend) die Rolle anvertraut. Herrlich, wie sich da die Presse gewunden hätte. Man kann ja nicht einfach sagen, dass man keinen Neger als James Bond wünscht. Der hätte dann auch konsequenterweise Mokka Edel trinken müssen bis er …na ja, schwarz isser ja schon (hor hor hor). Aber weil wir gerade beim Bond-Getränk Numero Uno, dem geschüttelten und nicht gerührten Martini sind, den hat man nun aus schnöder Geldgier vom Tablett genommen. Stattdessen haut sich der Daniel jetzt prollisch die holländische Grachten- und Schädelbrühe Heineken hinters Chemisette. Ein gesellschaftlich wertvolleres Semperbier wäre da vielleicht besser gekommen und es verursacht auch heftigsten Kopfschmerz nach der vierten Vase. Aber widmen wir uns nun wichtigeren Dingen als der Sauferei und ethnischen Zugehörigkeiten, dem Inhalt. Man mag es kaum glauben, dass der im Film vermehrt auftretende Terrorismus aus Ian Flemings Vorlage aus dem Jahre 1954 stammt. Aber nicht nur das, Casino Royal ist sogar der allererste Bondroman überhaupt. Ja denken Sie bloß, und somit zeigt Casino Royal 007, bevor er die 00 Lizenz zum Töten bekam. Die erhält man, wenn man, warum auch immer, zwei Kontrahenten zur Strecke gebracht hat. Dabei ist es egal, ob auf dem 00, davor oder ganz woanders. Aber, Bonds Brötchen- und Biergeber findet heraus, dass ein gewisser Le Chiffre im bereits erwähnten Casino Royale zu Montenegro beim Pokern einen gewaltigen Betrach für seine Terrorzelle erspielen möchte und muss. Um an diese enorme Summe zu gelangen, ist Herr Schiffner, tschuldigung Herr Zahl natürlich, gezwungen, auf höchstes Risiko zu setzen. Der MI6 (Äm Ei Szix) beauftragt nun unseren frischen Protagonisten, bei dieser Pokerrunde gegen den Verwalter des Bösen anzutreten: Denn wenn Le böszer Maann die Arschkarte ziehen würde, könnte das seine gesamte Organisation zerstören. Ja so einfach ist das manchmal. In der Hoffnung, Herr Graig versaut Ihnen nicht Ihr Bild eines zünftigen James Bond, wünsche ich Ihnen einen angenehmen Kinoabend im Lichtspielhaus Ihrer Wahl.
Ray van Zeschau