Norbit

Komödie, USA 2006, 102 min

Was ist das denn für ein Name? Norbit? Alle Norbits dieser Welt mögen mir verzeihen, Norbert ist schon schlimm genug, aber Norbit…
Klingt wie ein ambitionierter Skandinavier oder gar Eskimo mit Hang ins Weltall. Oder wie ein neuer Kaugummiriegel, Norbit ohne Zucker für Diabetiker und danach noch bitte eine eiskaltes NorBIT oder so. Alter, wer sich so was bloß ausdenkt? Kann ich Ihnen sagen: Der 46 jährige Eddie Murphy. Frei nach dem Schema und Prinzip »Der verrückte Professor«, welcher durchaus für großen Erfolg stand, schlüpft Eddie abermals in eine Unzahl verschiedener Rollen sprichwörtlich unterschiedlichster Gewichtsklasse. Nicht nur für ihn wieder eine große Herausforderung sondern vor allem eine für die Kollegen der Maske um Rick Baker. Norbit ist, wie, na klar, Eddie Murphy himself ist ein, Achtung jetzt kommts: Ein Farbiger. Da stellt sich gleich für mich die vom Film abschweifende Frage, warum nicht ein Bunter? Einige Bevölkerungsschichten sprechen ja schließlich auch von Buntfernsehern, Buntfotos und Buntfilmen. Aber egal, back to the Inhalt. Als Farbiger in diese Welt geboren zu werden, ist in den meisten Ländern eh schon problematisch. Wenn man dann noch Norbit heißt und als Weltneuankömmling aus dem fahrenden Kraftwagen vor einem Chinarestaurant mit angeschlossenem Waisenhaus entsorgt wird, ist der weitere Lebensverlauf nicht unbedingt als butterweich vorher zu sehen. Aber egal, Mistel Wong (Eddie Murphy) nimmt sich seiner an, auch wenn Norbits tierische Spielkameraden regelmäßig im Kochtopf landen. Da Norbit ein schüchternes und zartes Wesen ist, wird auch in der Schule nicht die Bremse gezogen. Hänseleien mit Haue inklusive.
Bis, ja bis sich die sehr große und durchaus schon als junger Mensch fette Rasputia (später Eddie Murphy) auf seine zarte Seite stellt. Von da an sind zwar die Bösartigkeiten seiner Klassenkameraden gebannt, dafür aber nicht das alles verzehrende Wesen seiner fettleibigen Freundin, die bis zur auch noch Ehelichung ein paar gepflegte Pfunde zulegen konnte. Norbits persönlicher Doppel-Whopper mutiert zusehends zum Hausdrachen XXL, der Widerspruch gleich im Hüftgold und Bauchspeck zu erdrücken versteht. Als plötzlich seine ranke und atemberaubende Jugendliebe Kate (nicht Eddie Murphy) in die Stadt zurückkehrt, gelangt er endlich zu der Erkenntnis, sich dringend seiner Big Size Mama zu entledigen. Fazit: Wo Eddie Murphy draufsteht, ist auch Eddie Murphy drin, ob man´s mag oder auch nicht. Ich jedenfalls mag es. Ob es Frank Apel mag, bin ich mir seit seiner letzten erhellenden Rocky-Hommage nicht ganz so sicher.
Ray van Zeschau

Buch: Charles Q. Murphy, David Ronn

Regie: Brian Robbins

Darsteller: Eddie Murphy, Eddie Griffin, Thandie Newton, Cuba Gooding jr.

Kamera: J. Clark Mathis

Produktion: Eddie Murphy, John A. Davis, Michael Tollin

Bundesstart: 08.03.2007

Start in Dresden: 08.03.2007

FSK: ab 6 Jahren