Muhi

Dokumentation, Deutschland/Israel 2017, 90 min

Ein Film über ein unglaublich mutiges Kind, gefangen in den Verstrickungen des israelisch-arabischen Dilemmas. Ein seltener Fall, der aber symptomatisch für die Gesamtsituation steht.
Zwischen den Fronten kämpfen der kleine Muhi und sein Großvater um sein Leben und eine Zukunft.
Muhi musste nach seiner Geburt aus Gaza in ein israelisches Krankenhaus gebracht werden, um sein Leben zu retten. Begleiten durfte ihn nur der Großvater Abu Naim. Mit zwei Jahren verschlimmert sich sein Zustand dramatisch und die Ärzte sind gezwungen, Gliedmassen zu amputieren. Muhi richtet sich ein: mit künstlichen Armen und Beinen, im Kreis seinen liebevollen Betreuer, zwischen seiner Heimat und seinem Zuhause. Die Rückkehr nach Gaza wäre auf Grund der desolaten Gesundheitsversorgung sein sicheres Todesurteil, das Betreten israelischen Bodens ist ihm und seinem Großvater jedoch durch die israelischen Sicherheitsvorschriften untersagt. Monate werden zu Jahren und Muhi, heute sieben Jahre alt, verbrachte bisher sein ganzes Leben mit seinem Großvater in diesem Krankenhaus. Er wächst unter paradoxen Umständen auf - gerettet, behandelt und aufgezogen vom sogenannten „Feind“ seines Volkes, während Muhis eigentliche Familie in Gaza lebt. Im Sommer wird er zur Schule gehen, wird er dann weiter mit Abu Naim im Krankenhaus leben können? Ein Dilemma für alle Beteiligten, das eine schwere Entscheidung fordert: wird Muhi in Israel ohne seine Familie aufwachsen oder, unter Lebensgefahr nach Gaza zurückkehren?
„Es geht nicht allein, es geht nicht gegeneinander, es geht nicht ohne Vergebung, und womöglich geht es auch nicht ohne Glauben: »Muhi - Generally Temporary« bringt uns drei Menschen nah, die sich den politischen Zumutungen ihrer Heimat mit Liebe zur Wehr setzen. Wie sie das schaffen, zeigen die Filmemacher mit einer Beharrlichkeit und Genauigkeit, die vorbildlich ist - künstlerisch wie menschlich.“ aus der Jurybegründung Goldene Taube DOK Leipzig
ak