Flyboys - Helden der Lüfte

Action/Drama, USA 2006, 139 min

Man schreibt das Jahr 1916. Aus allen Himmelsrichtungen treffen junge Amerikaner in Frankreich ein. Sie haben keine Ahnung, was sie erwartet, aber eines wissen sie genau, sie wollen fliegen. Weil es so schön leicht aussieht, mit ein paar Schrammen und einem leidlich verkrampften Magen zum Helden zu werden. Farmerssöhne wollen raus aus dem Dreck, Fabrikarbeiter wollen gegen Deutschland fliegen oder Collegeabsolventen einfach nur der Familientradition wegen in den nächsten Krieg ziehen. Sie treffen auf den französischen Leutnant George Thenault, einen legendären Piloten und Ausbilder bei der Lafayette Escadrille, der ihnen die ersten Handgriffe beibringt und sie dann mit ein paar guten Ratschlägen in die Wolken schickt. Um sie drei Wochen später zu begraben. Doch nicht alle fahren sofort in den Himmel, ein paar behaupten sich etwas länger als die durchschnittliche Lebenserwartung voraussagt. Immerhin, wer die siebente oder gar achte Woche noch fliegt, gilt schon als Tausendsassa. Zu diesen Glückspilzen gehört auch Blaine Rawlings aus Texas, der zusammen mit dem Geschwaderführer Reed Cassidy einen ganz heißen Propeller schwingt. Mit dem Mut der Verzweiflung versuchen sie die technische und zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen. Und während die deutschen und alliierten Bodentruppen wochenlang um ein paar Landstriche ringen, spielt sich über deren Köpfen etwas Einzigartiges ab. Der Kampf Mann gegen Mann in mehreren tausend Metern Höhe. Sie stürzen sich wütend aufeinander. Gefangen in einem Weidenkorb und umgeben von einer Handvoll albernem Draht, ein paar Ballen Leinwand und angetrieben von selbstmörderischem Wagemut sowie einer 80 Kubikzentimeter-Maschine ziehen die jungen Wilden der Lafayette Escadrille über den Himmel. Eine Statistik besagt, dass ein Drittel aller Piloten schlicht bei Zusammenstößen ums Leben kam, die übrigen wurden abgeschossen oder starben unnützerweise, weil ihr abenteuerlicher Papierdrachen Feuer fing. Im Ganzen wohl hundertfünfzigtausend Flugzeuge auf beiden Seiten. Eine Handvoll erfahrener Piloten und ein ebenfalls selbst fliegender Regisseur setzen ihnen ein Denkmal. Mit diesem Film hebt das Kino ab. Nur Fliegen ist schöner. Allerdings lässt die seltsame Begegnung der animierten vierten Art kaum noch Wünsche offen. Es klingt verrückt. Man baute die französische Nieuport 17 nach, und sie machte Probleme. Dann fand Ray Hanna deutsche (!) Baupläne, baute sie nocheinmal, und sie flog. Die ältesten und unglaublichsten Flugmaschinen -es existiert nur noch eine einzige Bleriot 1909- treffen am Himmel über Frankreich auf noch nie dagewesene CGI Effekte und machen dieses abenteuerliche Kapitel der Fluggeschichte überhaupt erst nachvollziehbar.