Lady Chatterley

Drama, Belgien/Frankreich/Großbritannien 2006, 167 min

Fragt man heute nach Lady Chatterley, so werden sich wohl die meisten an eher anrüchige Filme am Ende des 20. Jhd. erinnern. Dass aber der Roman von D.H. Lawrence ein Schmuddelimage nicht verdient hat, beweist Pascale Ferran mit ihrer Neuverfilmung. Dabei reduziert sie die Geschichte der Lady Chatterley auf ihren Kern, der Wunsch einer jungen Frau nach einem erfüllten Leben. Denn eingeengt zwischen den Konventionen der britischen Gesellschaft und einem Mann, der ihr kein erfülltes Sexualleben bieten kann, muss sie ihren eigenen Weg finden.
Schon das Erscheinen des Buches 1928 war von Skandalen begleitet, erst 1959 wurde es z.B. ungekürzt in den USA veröffentlicht.
Die Neuverfilmung lässt sich viel Zeit zur Entwicklung der Hauptfiguren und besticht durch wunderschöne Bilder. Die Auszeichnung mit fünf (!) Césars 2007, unter anderem in der Kategorie Bester Film, ist ein beredtes Zeichen für eine wunderbare und zeitlos aktuelle Literaturverfilmung.
Zur Erinnerung kurz die Geschichte: Im Fronturlaub 1917 heiratet Conny ihren Jugendfreund Clifford Chatterley. Schwerverletzt kehrt er ein halbes Jahr später für immer an den Rollstuhl gefesselt nach England zurück. Das Ehepaar zieht auf ein Landgut, wo für Constance Chatterley ein neues Leben beginnen wird. Doch trotz wunderschöner Natur und viel Verständnis von Clifford blüht sie erst auf, als sie Parkin, dem Jagdaufseher des Anwesens, begegnet. Eine leidenschaftliche Beziehung zwischen den Beiden beginnt, und Clifford muss die Situation akzeptieren, um einen offiziellen Nachkommen zu erhalten.