Tell

Komödie, Deutschland/Schweiz/Österreich 2007, 96 min

Tja nu ham wor den Salat. Kaum hat Micha Bully Herbig mit der Kombination Humor und Geschichte vorgelegt, versuchen gleich andere filmkurbelnde Eidgenossen auf den Zug des historienverfälschenden Klamauks aufzuspringen. Doch der Schweizer Regisseur Mike Eschmann hat ordentlich das Trittbrett verfehlt und ist mit seiner Anhäufung von unlustigen Verquickungen so ziemlich unter die Räder gekommen.
Man schreibt das Jahr 1291, die Schweiz hat das Licht der Bergwelt erblickt und Tell ist eigentlich Österreicher, was für uns erstmal nicht so saukomisch ist. Ich habe extra noch mal bei meiner Schweizer Bekannt- und Verwandtschaft nachgefragt, und die fanden das, obwohl sie keine Nationalisten sind, auch nicht so zum wegschmeißen. Jedenfalls gibt es in diesem Film außer, dass Tell einen Schweizer Pass anstrebt, keine wirkliche Handlung. Statt dessen lose Verbandelungen von geschmacklosen und unlustigen Dämlichkeiten wie pupsende Ösis und andere Flachheiten im Schlafrock. Ich bin zwar dagegen, aber kurz und knapp: Tell (Mike Müller), der mit einer Heidi (Lea Hadorn) ein fahrendes Gewerbe hat, soll für Walter Fürst (Max Rüdlinger) die Herrschaft der Österreicher verhindern. Dafür gibt es den Schweizerpass. Tell hat aber noch den fischfressenden Eskimoprinz Val-Tah (Axel Stein) an der Backe. Dabei verliebt sich Wilhelm in die Sissy (Ellenie Salvo González), die Tochter von Vogt Gessler (Udo Kier). Doch die ist nun wieder dem widerborstigen Rudolph (Christian Tramitz) versprochen. Na ja, usw. usf. gäähhn… Während Bullys Trickfilmspaß „Lissy und der wilde Kaiser“ noch ein vergnügliches Familiensonntagsvergnügen darstellt, ist „Tell“ einfach nur doof, was mich sogleich an meine Schulzeit in der vierten Klasse erinnert, wo ich unter einer Bank der 56. Oberschule „Georg Wolff“ den gekritzelten Spruch vorfand: „Wer das liest ist dumm und doof“. Großartig angelegte Falle! Man kam also beim Erblicken dieser hochdialektischen Niederschrift nicht umhin, dumm und doof zu sein. Sie werden sich nun fragen, was hat dieses vorpubertäre Erlebnis mit dem Film zu tun? Ich sage es Ihnen, in diesem Falle haben Sie die Freiheit zu entscheiden, zu welchem Bevölkerungskreis Sie gehören möchten. Na dann mal los und tell me why?
Ihr Ray van Zeschau