Zimmer 1408

Horror, USA 2007, 104 min

Sie erinnern sich? …Letztens? ..der Film Motel? Ich besprach die unheilvolle Verquickung von professionellen Übernachtungseinrichtungen mit Tod und Verderben in der Filmgeschichte und dass eine reine Erwähnung eines Motels oder gar Hostels im Filmtitel meist Indiz für kommende Ungeheuerlichkeit ist. Glücklicherweise besann sich der schwedische Regisseur Mikael Håfström auf alte filmische Tugenden, in welchen mal nicht Slasher-, Splatter und anderes Blutgepansch dazu geneigt ist, dem Zuschauer einen Grusel über und durch den kinositzentspannten Körper zu jagen. Hier leuchten inszenatorische Intelligenz und psychologischer Feingeist auf der Leinwand und ….. Zimmer 1408 spielt im Hotel. Was da vor sich geht, gefällt selbst dem Créateur der Gruselgeschichte, Herrn Steffen König, gar sehr. Mike Enslin (John Cusack - schon da kann nichts schief gehen) ist erfolgreicher Autor zweier Bücher, der sich nach dem Tod seiner Tochter darauf spezialisiert hat, übernatürliche Phänomene in amerikanischen Hotelzimmern zu widerlegen. Trotz seines Erfolges ist Enslin am Punkt „Ach wenn’s mir nur gruselte“ angelangt. Just in diesem Moment erhält er den Hinweis, dass es in einem Manhattaner Hotel ein Zimmer gibt, in dem es seit 1912 tatsächlich nicht mit richtigen Dingen zugehen soll. Dies aber in einer bizarren Heftnis, dass bereits 56 Personen innerhalb einer Stunde nach dem Bezug der Suite drüberhin gingen. Für Mike ist das der Stoff, aus dem Bücher entstehen. Schnell nach New York und ungerührt von allen Mythen einchecken im ominösen Zimmer 1408, welches genau 1408 Räume von Raum 00 entfernt ist. Trotz eindringlichster Warnung von Hotelmanager Olin (Wie immer eine Pracht: Samuel L. Jackson) lässt sich Mike Enslin im Zimmer seiner Wahl einquartieren, um selbst herauszufinden, was gehauen und gestochen ist. Aber…. erstmal nix, stinknormale gepflegte New Yorker Bürgerstinosuite, 96 TV-Stationen usw. So entschließt sich der abgeklärte Zyniker Enslin erst einmal, zu Bett zu gehen. Doch da lässt kurz das tägliche Murmeltier plötzlich zart grüßen. Im Zimmer 1408 schlägt aber der Stromwecker auf 59:59, lässt das viel versprechende „It's Only Just Begun“ der Carpenters plärren und beginnt mit dem Countdown des Sensenmannes. Die Suite des Grauens scheint wie schon in „Sphere“ die furchtbare Magie zu besitzen, die tiefsten unterbewussten Ängste seiner Opfer offensichtlich physisch zu manifestieren. Enslin gerät nun immer mehr in einen Strudel aus Halluzinationen und realem Grauen und kommt aus Zimmer 1408 nicht mehr heraus. Erst als es ihm mit seinem Laptop gelingt, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, muss er schockiert von dieser erfahren, dass Zimmer 1408 leer ist. Genialer Oldschool-Horror mit modernem Antlitz. Bui
Ray van Zeschau