Der Mann von der Botschaft

Drama, Deutschland 2006, 100 min

Tbilissi - eine wunderschöne Stadt am Rande des Kaukasus und leider auch am Rande unserer Welt. Dorthin hat es Herbert Neumann (Burghart Klaußner) an die deutsche Botschaft verschlagen. Fernab von den großen Zentren dieser Welt verrichtet er brav und unaufgeregt seinen Dienst. Computerspiele und eine Affäre mit der Botschaftsmitarbeiterin Nana helfen ihm über die Langeweile hinweg. Eines Tages aber ändert sich alles. Herbert trifft auf dem Markt das zwölfjährige Flüchtlingsmädchen Sashka.
Herbert und Sashka werden Freunde. Plötzlich ist Herbert voller Lebensmut und Optimismus, zum ersten Mal seit langer Zeit kann er wieder lachen und fühlt Verantwortung für einen anderen Menschen. Doch die ungewöhnliche Freundschaft nährt natürlich Fragen und Neid. Bald schon entstehen Misstrauen und Gewalt. Herbert muss sich entscheiden.
Burghart Klaußner, vor kurzem mit einem kurzen aber einprägsamen Auftritt in »Yella« zu erleben, trägt mit seinem unvergleichbaren Spiel zur unaufgeregten Intensität des Films bei. Die fremdartig wirkende Umgebung und die Erzählweise geben dem Film von Beginn an eine für deutsche Filme ungewohnte Sichtweise.
Dito Tsintsadze, gebürtig in Tbilissi, kehrt nach »Lost Killers« und »Schussangst«, Filmen, die durch ihren surrealen Realismus lange haften bleiben, nach Hause zurück. Mit seinem neuen Film bleibt er seinem Credo treu und erzählt erneut eine kleine, tragische und komische Geschichte zugleich über Freundschaft und elementare menschliche Gefühle. Und so ganz nebenbei auch über deutsch-georgische Geschichte, deren lange Tradition hierzulande fast vergessen scheint.