Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Abenteuer, USA 2008, 122 min

Eigentlich lässt der Titel des vierten Teiles vermuten, dass Indiana Jones sich am Vorabend mit Rajko Gohlke einen Kasten Kristallweizen genehmigt hat, aber weit gefehlt. Indy ist fit wie einst das Nilpferd, aus dem später seine berühmte Peitsche geknübbert wurde. Mein lieber Scholli, dass ich das nach 19 Jahren noch erleben darf. Einfach großartig und auch irgendwie überfällig, vor allem nach der erfolgreichen Wiederbeatmung von Rocky, Rambo und Led Zeppelin. Harrison Fords alter ego Professor Jones ist wieder an Bord, und das mit vier Jahren mehr auf dem Actionbuckel als Sylvester Stallone. Wenn das nicht wieder mal Hoffnung für jene gibt, die bereits jenseits der Schallmauer leben. Normalerweise würden wir anlässlich des vierten Teiles eines so genannten Blockbusters (Wohnblock-Knackers) sofort feststellen, dass man wieder mal versucht, den letzten Cent aus dem einst erfolgreichen Stoff zu ziehen. Anders aber hier bei Steven Spielbergs Trilogie „Indiana Jones“, die sicherlich nicht nur aus purer Nächstenliebe gedreht wurde, aber eben sich von Teil I bis III qualitativ stetig zu steigern wusste, so dass bei Part IV nun gar nicht erst ein nöliges „Ohhrneenischonnewiedor“ aufkommt. Achtzehn Jahre später nun stecken wir mitten in den Fünzigern, Adolf Hitler, von dem Indy noch ungebeten ein Autogramm bekam, ist Geschichte, Elvis steht kurz vor seiner Einberufung, Indy selbst sucht nach irgendeinem artefactösen Kristallkopp und Amis und Russen können sich salopp gesagt nicht mehr leiden, eine Situation, die Guido Knopp als Kalten Krieg bezeichnen würde. Blöderweise ist nun auch der KGB in Gestalt der sowjetischen Agentin Irina Spalko (Cate Blanchett) hinter dem titelgebenden und ominösen Kristallschädel her, was bisschen für eine bondartige Situation sorgt, was insofern einen Vergleich wert ist, als dass kaum auf unnötige und wie heut so oft überbordende CGI-Effekte (3D-Computergrafik) zurückgegriffen und sich stattdessen des guten alten Stunts bedient wird. Tat- und schlagkräftig wird der fedoratragende Peitschenschwinger durch seine trinkfeste Ex-Flamme Marion Ravenwood (Karen Allen) aus Teil 1 unterstützt. Dann aber taucht plötzlich noch der uneheliche Sohn Mutt (Shia LaBeouf) auf, um gleich derartig aber von so was mittendrin…. Ob Elvis nun doch noch auftaucht und wie das Ganze ausgeht, konnte ich bis dato nicht ermitteln, so dass mir nur festzustellen bleibt: Das wird 100pro ne Messe.
Ray van Zeschau