James Bond 007: Ein Quantum Trost

Action/Thriller, USA 2008, 106 min

Was wurde nicht gemeckert und gezetert, als Neu-Bond Daniel Craig das Martiniglas übernehmen sollte, blondes Weichei, tschechischer Busfahrer usw. Mr. Graig hat es aber allen gezeigt, was für ein überaus hammerharter und vor allem megacooler Bond er doch sein kann. Einziges Problem, auch Jason Statham (»Bube, Dame, König, grAs«, »The Transporter«) ist hammerhart und megacool. Aber ein Bond benötigt neben diesen actionkinobedingten Eigenschaften unbedingt ein kleines gewisses Sahnehäubchen obenauf. Ein Sahnehäubchen aus einer Melange gewisser Eleganz, die auch in den schwierigsten Situationen zum Tragen kommt und ein, das ist sehr wichtig, stetes Augenzwinkern in Haltung und Ablauf. Das fehlt nicht nur Daniel Graig sondern der ganzen Produktion. Nicht dass der neue Bond in Person und Film nicht gut wäre, nein im Gegenteil, das ist phantastische, spannende Unterhaltung der Extraklasse, aaaber das kleine Sahnehäubchen wird uns leider verweigert… und das ist der Moment, wo ich sage, da kann ich mir eben auch »The Transporter« anschauen… uuuund DAS darf eben nicht sein. Ich möchte mir einen Bondfilm anschauen, weil ich einen BOND-FILM sehen möchte und keinen sehr gut gemachten Actionfilm. Also: Die Handlung des Filmes beginnt eine Stunde nach Beendigung des Vorgängers »Casino Royal«, was jetzt aber nicht bedeutet, dass Sie nun noch mal »Casino Royal« auf DVD angucken müssen, um genau eine Stunde später ins Kino zu gehen, nein »Ein Quantum Trost« ist als direkter Nachfolger des ersten Bondfilmes der neuesten Generation angelegt.
Im MI6 befindet sich wieder mal ein Maulwurf, welcher mit einem dubiosen Konto auf Haiti in Verbindung gebracht werden kann. Dort angekommen, lernt Bond sogleich die schmucke Camille (Olga Kurylenko) kennen, wenn auch nur auf Grund einer Verwechslung. Aber kennen gelernt ist nun mal kennen gelernt und der Rest kommt von ganz allein. Camille wiederum kennt einen Mr. White, der offensichtlich der Motor einer mysteriösen Organisation ist, die bereits den Tod Bonds Geliebter Vesper (hää werwardndasgleinochma?) zu verschulden hat. Herr White (without Barry) hat aber einen guten Draht zum MI6 und dem CIA, mit dessen unwissentlicher Hilfe er einen südamerikanischen Staat in Grund und Asche putschen möchte, um anschließend dem exilösen Generalissimo Medrano an die Macht zu verhelfen, der ihm als Gegenleistung ein kleines scheinbar wertloses Stück Land versprochen hat, welches aber in Wirklichkeit die Wasserressourcen des Landes beherbergt.
Das ist natürlich alles wieder mal obermies und muss dringend verhindert werden, zumal Bonds Arbeitgeber da nun ganz doof mit verwickelt ist. God save the Queen, an der nicht zu schütteln ist. Oder haben Sie die Queen schon mal gerührt gesehen?
Ray van Zeschau

Buch: Ian Fleming, Neal Purvis

Regie: Marc Forster

Darsteller: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Judi Dench, Gemma Arterton, Olga Kurylenko, Rachel McDowall, Jeffrey Wright, Stana Katic

Musik: David Arnold

Bundesstart: 06.11.2008

Start in Dresden: 06.11.2008

FSK: ab 12 Jahren