The Expendables

Action, USA 2010, 103 min

Wie angenehm, wenn reife und gestandene Herren wie Sylvester Stallone einen Actionfilm drehen und das Ganze nicht erbärmlich endet wie der klägliche Versuch des 41-jährigen Jungspundes Joe Carnahan das A-Team auf Leinwand zu adaptieren. »Expendables« ist zwar inhaltlich fast das Selbe, die Herangehensweise aber eine völlig andere. Wer Slys letzte großartige und vierte Hervorholung von Rambo im Jahre 08 gesehen hat, weiß, was ich meine. Keine wattierte 80er Jahre Schulterpolstergewalt mit Frotteestirnband und Kampfleggings wie in den Teilen II & III zuvor, sondern handfeste und mit Höchstspannung inszenierte Auseinandersetzungen, die dem Erstling an Thrill und Anspruch in nichts nachstand. Die Expendables sind natürlich eine Supersonderderartig-spezialeinheit, deren einzige Aufgabe im Leben der Kampf zu sein scheint. Derer Fähigkeiten möchte man sich bedienen und beauftragt das Kollegium, sich in eine südamerikanische Südfruchtrepublik einzuschleusen, um den dort amtierenden, natürlich vollkommen skrupellosen Diktator Garza zu stürzen und dem alten demokratisch gewählten El Presidente wieder zu Amt und Würden zu verhelfen. Schnell wird der Truppe klar, dass Diktator Garza von der CIA gestützt wird, eine Erkenntnis, die vor allem dem gelernten DDR-Bürger wie eine Selbstverständlichkeit erscheinen mag. Für die Männer aber die Gewissheit offenbart, dass ihr Ableben in der Planwirtschaft ihres Auftraggebers verankert zu seien scheint und dieser offensichtlich ein doppeltes Spiel betreibt. Zu allem Überflusse schnellheftet sich auch noch der gedungene Scharfschütze Gunnar Jensen an die Fußenden der Einheit, was nicht so lustig scheint, wie es der aus einem Olsenbandenteil implizierende Name wohl vorgibt. The Expendables wären aber nicht das, was sie sind, eine knallharte kampferprobte Truppe, die nicht lang Faxen macht, um diese unangenehme Situation nicht für sich zu entscheiden. Sylvester Stallone begnügt sich hier nicht nur mit einer guten Regie und sich selbst in der Hauptrolle, sondern greift auch schwer in seine Kumpelkiste und lässt sozusagen die Elite der Actionhelden auf seinem Kanonenboot stramm stehen. Eine Riege, die in dieser Zusammensetzung noch nie gemeinsam vor der Kamera stand. So, nun halten Sie sich fest, um nur die wichtigsten neben Sly selbst zu nennen: Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Danny Trejo, Mickey Rourke, Bruce Willis und… Arnie Schwarzenegger. Wenn das mal keine Maßnahme ist! Mit solch einer Aufstellung kann nun wirklich nichts schief gehen, was man in Deutschland mit einer Versammlung von, sagen wir mal, Sven Martinek, Benno Fürmann, Till Schweiger, Hannes Jaenicke, und Heiner Lauterbach nicht hätte garantieren können und wahrscheinlich der Filmtitel eher „The Dispensables“ geheißen hätte… hor, hor, hor!
Ray van Zeschau