Alles, was wir geben mussten

Science-Fiction, Großbritannien/USA 2010, 104 min

Ein Singer/Songwriter schrieb einst: „It's… all born to grow and grown to die“, bei Lichte besehen eine Binsenweisheit, doch nicht einmal er hätte das so derart pessimistisch gemeint haben können, wie es nun in der vorliegenden Leinwandadaption von Kazuo Ishiguros Bestseller »Never Let Me Go« zutage tritt. Aus der pittoresken Fassade einer typisch britischen Internatslandschaft, Huxleys schöner neuer Welt nicht ganz unähnlich, kriecht bald die beängstigende Fratze einer unglaublich klingenden Widerlichkeit hervor. Das Internat Hailsham liegt irgendwo im abgelegenen Teil von England, steht für gesunde Erziehung und kreative Ausbildung und beherbergt doch nur unzählige, geklonte Kinder, deren einziger Lebenszweck darin bestehen wird, zu gegebener Zeit als Organspender zu fungieren. Ein menschliches Ersatzteillager, dessen Insassen mit elektronischen Fußfesseln aufwachsen und mit einer verschwommenen Ahnung von ihrer ausweglosen Bestimmung. Unter diesen Umständen wird die Freundschaft zwischen Kathy, Ruth und Tommy zur einzigen emotionalen Schutzhülle. Nachdem ihnen, noch viel zu jung für solche Last, ihre begrenzte Lebenszeit erklärt wird, fügen sie sich demütig in ihr Schicksal und werden erwachsen wie unter Hypnose. Mit normalen Jugendlichen und mit der Außenwelt treffen sie erst im Alter von sechzehn Jahren zusammen, wenn aus Tommy und Ruth so etwas wie ein Liebespaar geworden ist und Kathy sich noch immer nur schwer damit abfinden kann, dass die beiden zusammen sind. Liebespaare und kreativ überdurchschnittlich begabte Klone, so heißt es, dürften drei Jahre aussetzen, bevor sie schließlich in den Ersatzteilbetrieb gelangen. Aber Tommy findet bald heraus, dass dies eine Lüge ist. Widerspruchslos, wie das liebe Vieh auf dem Weg zur Schlachtbank, folgt er dem Beispiel von Ruth, die bereits Teile ihres Körpers fortgibt.