Mein Glück

Drama, Deutschland/Ukraine/Niederlande 2010, 127 min

Der ungewöhnliche Film entführt in das postsowjetische Russland. Eine Gesellschaft, die scheinbar ohne Halt dahin treibt, Willkür, Korruption und Brutalität ausgeliefert, in einem tiefen Phlegma gefangen scheint. Regie führte der international bekannte und vielfach preisgekrönte Sergei Loznitsa, der schon mehrfach mit ma.ja.de.fiction, einer Leipziger Produktionsfirma zusammengearbeitet hat. »Mein Glück« lief 2010 bei den Filmfestspielen in Venedig.
In dieser parabelhaften Erzählung, in der verschiedene Handlungsstränge und Zeitebenen zusammenfließen, gerät Fernfahrer Georgy (Viktor Nemez) zu Beginn in eine Polizeikontrolle. Dies bedeutet erst mal das Ende seiner Fahrt, denn die korrupten Polizisten halten ihn ohne ersichtlichen Grund fest. Als die Beamten für einen Moment unachtsam sind, kann er entkommen. Später trifft er auf eine junge Prostituierte. Aus Mitleid mit ihr will Georgy ihr Geld geben. Doch sie weist ihn wütend zurück. Irritiert setzt Georgy seine Fahrt fort, um bald darauf vollständig die Orientierung zu verlieren. Alle Straßen scheinen im Nichts zu enden und führen ihn durch eine entvölkerte Landschaft. Georgys Irrfahrt endet schließlich im Nirgendwo, wo er drei herumstreichenden Bewohnern eines nahegelegenen Dorfes begegnet, die ihn niederschlagen und seinen Wagen samt Ladung stehlen.
Die Einsamkeit der Landschaft, Gewalt und scheinbare Ausweglosigkeit werden immer mehr zu einer verfilmten düsteren Seelenlandschaft und zum Abbild der Vereinsamung der Menschen. Ein schwerer und trauriger Film, mit wenigen Lichtblicken versetzt, in den Traditionen des perspektivlosen, melancholischen sowjetischen-russischen Films stehend.