Django Unchained

Western/Drama/Action, USA 2012, 165 min

Sehr schöner Filmtitel, der auch im sächsischen Sprachraum sicher viele phonetische Erweiterungen finden wird. In der Sächsischen Schweiz wurde jedenfalls diesmal nicht gedreht, da Til Schweiger nicht garantieren konnte, dass er nicht wieder überhopft nach einer Besprechung aus irgendeinem Italiener torkelt und somit den Coolnessquotienten des ganzen Teams drückt. Dafür ist natürlich Christoph Waltz erneut für Quentin am Start, was schon deswegen einen Kinobesuch zur Pflichtveranstaltung macht und man sich natürlich fragt, warum erst ein Ami kommen muss, um der deutschen Filmindustrie zu zeigen, was hier für Kräfte versauern. Aber geschichtlich gesehen haben uns die Amis ja schon immer klar machen müssen, welcher Österreicher für uns Deutschen gut oder schlecht ist!
Quentin Tarantino begibt sich wieder mal auf das weite Feld der Filmgenres und bedient sich diesmal an den seit den 70ern brach hängenden Gärten des Spaghettiwestern. Wie schon zu »Inglourious Basterds« nimmt sich der Regisseur das italienische Original als grobe Vorlage und munitioniert das Ganze kräftigst von allen Seiten auf. Django wird von Jamie Foxx gegeben, der bereits 2004, wir remembern uns, als Ray Charles zu begeistern wusste. Django ist Sklave und wurde bei einer Auktion von seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington) getrennt, die auch von einer berüchtigten Drecksbande namens die Brittle-Brothers missbraucht wurde. Django muss unbedingt seine Broomhilda finden und befreien. Dabei kommt ihm der ehemalige deutsche Zahnarzt und Umschüler in Sachen Kopfgeldjagd Dr. King Schultz (Christoph Waltz) zu Hilfe, der ihn mal flugs aus der Versklavung schießt, da Django der Einzige ist, der weiß, wie die Brittle-Gangster aussehen. Als Gegenleistung soll Schultz helfen Broomhilda zu finden. Nach dem die Nummer mit den Drecksbrüdern erfolgreich blutend über die Bühne gebracht wurde, zieht das Dreamteam, eine Schneise der Vernichtung hinter sich lassend, in Richtung Candyland Plantage, die von dem smart brutalen Calvin Candie (Leonardo diCaprio) geführt wird und auf der sich Djangos Frau nunmehr befinden soll. Unter Aufbietung höchster Nonchalance erschleichen sich Beide das Vertrauen des Plantageurs, um im geeigneten Moment zuschlagen zu können. Aber Haussklave Stephen (Samuel L. Jackson) hört da irgendwie das Schnatterinchen trapsen. Na ja, und irgendeine heimtückische Organisation ist ihnen natürlich auch noch auf den Fersen. Es kommt natürlich, wie es kommen muss, piff paff und haste nich gesehen, fliegt das Blei so wunderscheen!
Ray van Zeschau