Gambit - Der Masterplan

Kriminal-Komödie, USA 2012, 100 min

Zu Beginn läuft alles wie geschmiert. Man kennt das; da haben Dreie einen Plan, der Kunstfälscher mit dem sicheren Pinselstrich, der blond gelockte Lockvogel und das Mastermind mit der britischen Noblesse, die gemeinsam den reichsten Mann von England aufs Kreuz legen wollen. Und, wenn er schon mal die Hosen unten hat, dem nackten Mann auch gleich noch ordentlich in die Tasche zu fassen beabsichtigen. Medienmogul Linonel Shahbandar (zum Füße Küssen fies - Alan Rickman) ist ein ausgemacht reiches Ekel und ein empörend raffgieriger Kunstsammler. Grund genug, ihm erst einen falschen Monet unterzujubeln und dann ganz genüsslich zwölf Millionen englische Pfund abzusahnen. Im Mittelteil spielen ein runtergekommener Wohnwagen in Texas und deren Bewohnerin PJ Puznowski (zum Niederknien putzig - Cameron Diaz) eine verlockende Rolle, wenn es darum geht, dem alten Schürzenjäger Shahbandar weiszumachen, dass Monets verschollenes Gemälde „Heuschober in der Abenddämmerung“ im zweiten Weltkrieg von PJs Großvater einkassiert wurde und seither überm Kannapee der blonden Rodeo-Reiterin hing. Über Shahbandars Kamin hängt nämlich Monets „Heuschober in der Morgendämmerung“. Hat der den Schober-Köder erstmal geschluckt, kommt Harry Danes (zum Kringeln komisch - Colin Firth) großer Moment. In sorgfältig gewählten Worten wird er seinem verhassten Chef noch kurz die Echtheit des Bildes bestätigen - und Peng! - während Shahbandar die beiden Schober nebeneinander hängt, zieht sein Kunstsachverständiger auf Nimmerwiedersehen davon. Soweit der Plan. Welchen uns die Drehbuchautoren-Brüder Coen und Regisseur Michael Hoffman in einer schmeichelhaften Eingangssequenz recht verblüffend darbieten. Dass man schon meint, der Film sei nach zwanzig Minuten vorbei. Doch Verwicklungen, Rasanz und Leiden stecken, wie bei jedem Plan, im Detail…
Zunächst ist es Colin Firths stocksteifer Harry Dane, der die Hosen runterlassen und mit britischem Sanftmut zusehen muss, wie sich sein schöner Plan in Luft auflöst. Aber britische Beharrlichkeit obsiegt und beschert dem Zuschauer höchst köstliches Schmunzeln.
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