World War Z

Action/Science-Fiction, USA 2013, 116 min

Ich weiß nicht, was los ist. Einmal im Monat ruft mich Herr Krabbe in meinem New Yorker Büro an und fleht mich an über irgendwelche Filme zu schreiben, deren Demovideo schon wieder mal nicht rechtzeitig angekommen ist. Wenn ich dann frage: „… he, wie stellen sie sich denn das verd….“ wird meine Verzweiflung immer mit einem leisen und warmherzigen „D a n k e …D a n k e …D a n k e“ unterbrochen und kaum ist das dritte D a n k e verklungen, hat Herr Krabbe bereits warmherzig den Telefonhörer in die Schale gelegt. World War Z heißt das neue Problem. Da Brad Pitt die Hauptrolle des UN-Mitarbeiters Gerry Lane übernommen hat, ist die erste Hürde erst einmal genommen. Oder können Sie sich an einen Film mit Brad Pitt erinnern, der so grottig war, dass Sie vorzeitig den von Ihnen angewärmten Kinosessel räumen mussten? Na also! Brad Pitts Rolle ist es nun, die Welt vor den uns seit nunmehr 1978 bekannten und immer wiederkehrenden Zyklen der Zombie-Epidemien zu retten. Meist ist ja so was nur diffus auf die USA oder Grät Briten beschränkt, aber hier geht es gleich um eine so schweinevogelmäßige Pandemie. Da man bei solchen Ereignissen immer von einem Patienten Zero ausgeht, ist auch hier die Suche nach dem Stammerreger unerlässlich, um das ultimative Gegenmittel zu finden. Warum nun ausgerechnet Brad Pitt, der eigentlich seine Filmfamilie vor all dem Ungemach schützen müsste, herausfinden soll, woher der Virus stammt, kann ich Ihnen aus eingangs erwähnten Gründen leider auch nicht beantworten. Hatte das nicht außerdem schon mal Willfried Schmidt 2007 herausgefunden? Na egal. Jedenfalls bleiben ihm nur noch 90 Tage, also zehn weniger als bei Jules Verne, um den ganzen Spuk irgendwie wörldweit zu beenden. Während dessen überrennen äußerst sportive Horden von Untoten den Globus, als ginge es darum, sich länderübergreifend Karl Marx und Friedrich Engels-like zu vereinen. Ich meine, Zack Snyders hat erstmals in seiner 2004er Wiederaufbrühung von George A. Romeros Kultklassiker „Dawn of the Dead“ die Zombies rennen lassen, was aber hier an Geschwindigkeit an den Tag gelegt wird, ist schon etwas beunruhigend. Letztmalig habe ich DDR-Bürger im November 89 sich so benehmen und flitzen gesehen. Nur mit dem Unterschied, dass damals ca. gefühlte 95% irgendwie blöd grinsend mit Plastetüten über den Berliner Kudamm irrten, nur um von der nächsten Laderampe eines Lastkraftwagens von Kaiser´s mit Käffchen und Schnüschtibüschti bespaßt zu werden. Das, was ich jedenfalls bis jetzt von dem Film zu Gesicht bekommen habe, hat mir sehr gut gefallen und wird sicherlich den einen oder anderen meiner Junimondabende versüßen. Vielleicht sogar mit Herrn Krabbe am Getränk, um einer steten Unterhopfungsgefahr entgegen zu wirken. …uuuund bitte!
Ray van Zeschau (Zombie or not Zombie)