28. Februar 2017

Eine solidarische Schweigeminute

Erste Klappe für Lars Kraumes neusten Film
Eine solidarische Schweigeminute

Am 21. Februar fiel in Berlin die erste Klappe und Lars Kraume ist es gelungen, einen Cast aus höchst vielversprechenden Nachwuchskünstlern und herausragenden, etablierten Darstellern des deutschen Kinos zu versammeln: Die Hauptrolle übernimmt Leonard Scheicher, der schon bei Produktionen wie »Finsterworld« im Kino zu sehen war. Neben ihm spielt Tom Gramenz (»Armans Geheimnis«) die zweite Hauptrolle.

Für die „erwachsenen“ Nebenrollen konnte mit Ronald Zehrfeld, Florian Lukas, Carina Wiese, Jördis Triebel und Michael Gwisdek u. a. eine erstklassige Darstellerriege gewonnen werden.
In den weiteren Rollen der Klassenkameraden sind Anna Lena Klenke, Isaiah Michalski und Jonas Dassler zu sehen.

Die Dreharbeiten finden bis Anfang April in Eisenhüttenstadt, Berlin und Umgebung statt. Der Kinostart ist für 2018 geplant.

Auf dem Foto sind zu sehen: v.l.n.r: Miriam Düssel (Akzente Film & Fernsehproduktion), Leonard Scheicher, Regisseur Lars Kraume, Anna Lena Klenke, Tom Gramenz, Michael Gwisdek und Isaiah Michalski, © Studiocanal / Julia Terjung

Eine Abiturklasse in der noch jungen DDR beschließt als spontane Reaktion auf die Nachrichten über den Ungarnaufstand im Unterricht eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer abzuhalten. Doch was als einfacher Akt der Solidarität gedacht war, zieht weitere Kreise als gedacht. Die Schüler geraten in die politischen Mühlen der DDR und müssen bald erkennen, dass ihre Freiheit in Gefahr ist.

Kraumes letzter Kinofilm, der Politthriller »Der Staat gegen Fritz Bauer«, wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter sechs goldene Lolas beim Deutschen Filmpreis 2016: „Nach Der Staat gegen Fritz Bauer ist Das schweigende Klassenzimmer mein zweiter Film über Deutschlands Entwicklung unmittelbar nach dem Faschismus. Diese wahren Ereignisse unserer bewegten Geschichte sind gerade heute, wo unsere demokratischen Grundwerte wieder in Frage gestellt werden, besonders spannend und aufschlussreich.“


Über den Film:
1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt, wo sich die Oberschüler mit ihren Mitschülern Lena (Anna Lena Klemke), Paul (Isaiah Michaelski) und Erik (Jonas Dassler) auf das Abitur vorbereiten, entsteht der Plan einer solidarischen Schweigeminute für die Opfer des Aufstands gegen die russische Übermacht während des Unterrichts.
Doch die Aktion zieht viel weitere Kreise als erwartet: Die Schüler geraten in die politischen Mühlen der noch jungen DDR. Ihr Rektor (Florian Lukas) versucht zwar, das Ganze als Jugendlaune abzutun, sieht sich aber bald unausweichlich mit den örtlichen Vertretern des Stasi-Apparates konfrontiert. Es folgen Verhöre, Verdächtigungen, Drohungen. Mit allen Mitteln versucht die Stasi, die Namen der Rädelsführer zu erpressen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert…

»Das schweigende Klassenzimmer« erzählt ein zutiefst bewegendes Kapitel im Tagebuch des Kalten Krieges. Basierend auf den wahren Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka – einer der insgesamt 19 Schüler, die mit ihrer einfachen menschlichen Geste einen ganzen Staatsapparat gegen sich aufbrachten.