TRAILER

Unsere große kleine Farm

Dokumentation, USA 2018, 92 min

Go west, young man. So hieß es vor 200 Jahren in den großen Städten der USA. Und Tausende trotzten der wilden Natur ein Stück Land ab, um zu überleben. Ein intaktes Ökosystem, nachhaltige Landwirtschaft und größtmögliche Harmonie mit Fauna und Flora sind diesen Farmern erst viel später abhanden gekommen. John und Molly Chester wollten diesen Traum zurückerobern, und so verließen der Dokumentarfilmer und die Food-Bloggerin Los Angeles und zogen in die kalifornischen Berge, um eine zu Schanden gerittene Farm zu renaturieren. Ihr Ansatz klingt naiv; absoluter Einklang von Mensch, Tier und Natur, doch sie gewinnen zwei wichtige Unterstützer. Ein Investor tauscht sein Geld gegen ihren Enthusiasmus und ein Berater für biodynamische Landwirtschaft erklärt ihnen den Mehrwert von Geduld und Vertrauen in Mutter Natur. Die kleine Gemeinschaft bekommt Zuwachs, Hühner, ein Bulle, Kühe, Schafe, Wachhunde und ein Schwein namens Emma, welches allen sofort ans Herz wächst. Nachwuchs stellt sich ein und das erste Jahr vergeht mit großflächigen Rodungen. Vorsichtig erobern die Chesters das Land zurück, verkaufen prächtige Hühnereier und verlieren dreiviertel ihrer Obsternte an Insekten und Stare. Das Schwein Emma verbündet sich mit dem Hahn Greasy, die Coyoten fressen die Hühner, und Eulen die Mäuse. Schmerzvoll und belebend lagert sich eine Schicht Erfahrung auf eine Schicht Erfahrung, ganz so, wie der ausgezehrte Boden aus der Gründüngung und aus dem Kot der Tiere neue Humusschichten und dringend benötigte Bodenorganismen zurückerhält. Als John im fünften Jahr beginnt, das Prinzip Natur zu verstehen, beginnt das große Umdenken. Fasziniert beobachtet er, was die Natur mit der Unkrautplage bezweckt, wie sich eine Invasion von Blattläusen reguliert oder warum auf Schnecken, Maden und Würmer folgen und auf alles eine gute Obst-Ernte. Die dann wiederum bedroht wird von den kalifornischen Busch- und Waldbränden. Sie haben Glück und auch die Trockenheit und Bodenerosion greift ihre Farm schon lang nicht mehr so heftig an, wie die umliegenden Unternehmen, weil ihr Kreislauf sich selbst schützt. Und das Projekt trägt doppelt Früchte, als die ersten Interessenten und Nachahmer den Hof der Chesters besuchen.
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