TRAILER

Made in China

Komödie, Frankreich 2018, 88 min

Ein kosmisches Gesetz heißt; wenn du selbst Kinder bekommst, schaust du nach deinen Eltern. Wohin sollen deine Zweige sonst wachsen ohne Wurzeln. Für François (Frédéric Chau) stellt diese Erkenntnis ein Problem dar, zu lange ist er schon zerstritten mit seinem alten Herrn (Bing Yin). Seit über zehn Jahren hat er keinen Fuß mehr ins 13. Arrondissement von Paris gesetzt, wo sein Vater ein großes chinesisches Restaurant führt. Er hat seine Herkunft verleugnet, obwohl sie ihm ins Gesicht geschrieben steht, so sehr, dass sein bester Freund Bruno (Medi Sadoun) gelegentlich brenzlige Situationen mit dem asiatischen Touristentrick auflöst. François muss dann immer in seiner Muttersprache stammeln, um Belästigungen der Behörden zu entgehen. François hat das alles satt, er wäre gern nicht mehr länger ein erfolgloser Fotograf und auch nicht mehr länger ein erfolgloser Franzose. Doch er kann nicht aus seiner Haut. Was bleibt ihm, der nun bald Vater werden soll, als sich seiner Herkunft zu bekennen? Sophie (Julie de Bona), die zukünftige Mutter seines Kindes, drängt ihn zärtlich in die richtige Richtung. Bruno zieht mit, vielleicht geraten sie ja in brenzlige Situationen, und so stolpert François in eine erste Begegnung mit seiner chinesischen Familie.
Regisseur Julien Abraham inszeniert ganz vorsichtig eine Komödie, dankbar, auf die persönlichen Erfahrungen von Frédéric Chau zurückgreifen zu dürfen, dessen Lebenslauf gewisse Ähnlichkeiten aufweist. Beide gelangen bald, zuvor ein wenig die notwendige Folklore streifend, zum Kern des Migrationsproblems. Es sind immer die Fluchtursachen, die einer solchen Komödie die nötige Bodenhaftung verleihen; François Familie flüchtete vor den Gräueltaten der Roten Khmer. Es dauert eine Weile, ehe François Vater jene Worte wiederfinden kann, die er dem verlorenen Sohn solange vorenthalten hat.
Alpa Kino