Sonderveranstaltung

Inglourious Basterds

Action/Kriegsfilm, USA/Deutschland 2009, 154 min

So, nun haben wir ein Jahr lang über den Film referiert, warum, weswegen, weshalb und vor allem auch mittendrin, …die Stadt Wehlen hat von der UNESCO den Titel Welt-Tarantino-Stadt erhalten und Til Schweiger wusste seine Chance erwartungsgemäß nicht zu nutzen. Aber all das ist Wurst und unbedeutend, denn nu isses da, Tarantinos Meisterwerk Nummero Sette: »Inglourious Basterds«.
Normalerweise würde man bei einem anderen Regisseur sofort vereinfachend und über meinen fettigen Kamm scherend feststellen und mit Sebastian Krumbiegels Worten sprechen: Es ist alles nur geklaut. Aber! Das ist nur ein Püpsimüps der halben Wahrheit. Wenn Tarantino sich irgendwo „bedient“, ist dies selbstverständlich nicht seiner mangelnden Phantasie geschuldet, sondern vielmehr seinem Respekt gegenüber den Arbeiten, die er zitiert. Erstmalig begibt sich Quentin auf das grausame Spielfeld der Weltgeschichte. Wir befinden uns mitten im 2. Weltkrieg. U.S.-Army-Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) stellt eine achtköpfige Truppe - eigentlich wegen diverser Delikte zum Tode verurteilter jüdischer Soldaten - zusammen, mit denen er hinter den feindlichen Linien abspringt und einen Rachefeldzug gegen die Nazis einleitet, bei dem Ernst Thälmann und Josip Broz Tito vor Neid erblasst wären. Als Trophäen werden ganz General-Custer- und Sitting-Bull-like diverse Skalps genommen. Schnell haben die Besatzer ordentlich die Hosen voll und nennen Raines rabiat-zornige Belegschaft zitternd „Die Bastarde“.
Auf Grund ihres geradezu erschlagenden Erfolges denkt man rasch darüber nach, die eigentliche Creme der Nazielite zu massakrieren und dem Dritten Reich ein gehöriges Ende zu verpassen. Dafür bietet sich die Lokalität eines Pariser Kinos hervorragend an, der genau besagter Haufen einen Besuch abzustatten gedenkt. Komplizierterweise ist das Kino im Besitz der Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die einst mit ansehen musste, wie Ihre Familie von dem SS-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) aufs Übelste hingerichtet wurde und nun ebenfalls natürlich in ihrem eigenen Kino auf furchtbare eigene Rache sinnt. Jetzt gilt es die gemeinsamen Pläne unter einen Knüppel zu bekommen, denn hier geht es schließlich nicht um persönliche Abschusslisten, sondern um die endgültige Vernichtung des Nationalsozialismus.
Das alles endet in einem Showdown, der an Unglaublichkeit kaum zu überbieten ist. Just beat it. Sehr hervorzuheben ist hier vor allem Christoph Waltz, der sich mit seiner bitterbösen Rolle in die Geschichte der Filmunholde unauslöschlich eingeklinkt hat. Natürlich nicht zu vergessen, als kleines Sahnehäubchen des Filmes, der in der Rolle des Deutschen Soldaten Edgar Wallace agierende Volker „Zack“ Michalowski.
Also, Feuer frei und Knüppel aus´m Sack wünscht Euer Dr. Kurt Hanuschke