Sonderveranstaltung

Premiere: Playland USA

Nicht Washington ist die Hauptstadt der USA, sondern Hollywood. Oder: Das postfaktische Zeitalter begann 1492. Eine Zeitreisefantasie durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und der unbegrenzten Identitätsbildungen zwischen Popkultur und christlichem Glauben. Der Bogen der Begegnungen und Beobachtungen reicht von der Arche Noah bis zur Besiedlung des Mars, dazwischen Dinosaurier, Indianer, Thomas-Jefferson-Doubles und Superhelden. Was echt ist und was Fiktion, scheint die Protagonist·innen kaum zu interessieren. Sie blicken nicht durch wissenschaftliche Bücher oder Museen auf Geschichte, sondern durch von Massen nachgespielte „historische“ Schlachten. Realität und Inszenierung, Traum und Wahnsinn, Sakrales und Banalitäten geraten in einen Strudel und sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Die Welt ist aus dem „American Dream“ aufgewacht, spätestens nachdem die Wirklichkeit von der inszenierten Fiktion übertrumpft wurde. Wenn aber nach dem Traum die Fiktion kommt, wo war und ist dann eigentlich die „Realität“?