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Stille Reserven

Science-Fiction/Thriller, Österreich/Deutschland/Schweiz 2016, 96 min

Valentin Hitz überrascht mit einem stimmig erzählten Film, der sich an den großen Vorbildern des Genrefilms orientiert, dabei aber durchaus eine überraschend eigenständige ästhetische Sprache findet. Es geht um nichts anderes als um eine dystopische Zukunftsvision, in deren Mittelpunkt das so sympathische Wien steht. Entstanden ist ein Film, der sich um die großen Fragen wie Tod und Leben dreht, diese mit einer spannenden Handlung in einer schwierigen Zukunft verknüpft.
Wien ist in der nahen Zukunft nicht, wie kürzlich festgestellt, die lebenswerteste Stadt der Welt. Konzerne haben die Macht übernommen. Grenzen verlaufen durch die Stadt und durch die Gesellschaft: zwischen denen, die sich eine Todesversicherung leisten können, und der Mehrheit der anderen. Versicherungsagent Vincent Baumann wird selbst Opfer dieses Systems, das er eigentlich vertritt.
Ein Alarm in einer Blocksiedlung der Trabantenstadt ändert alles: Eine Rebellengruppe versucht eine Sterbende vor dem Zugriff der Einsatzkräfte zu retten. Der Coup fliegt auf, alle werden verhaftet, nur eine entkommt - Lisa Sokulowa (Lena Lauzemis). Baumann muss die Agenden von Versicherungsagent Johannes Dietrich (Simon Schwarz) übernehmen. Doch trotz Baumanns Überzeugungskraft ist der potente Kunde schwer zu knacken. Um an ihn heranzukommen, besorgt sich Baumann das Profil von Sokulows Tochter. Er findet sie als Sängerin in einem verrauchten Nachtclub fernab der glitzernden Finanzwelt: Lisa Sokulowa. Der wiederum ist für eine große Aktion der neue Kontakt gut gelegen. Die beiden beginnen sich zu umkreisen und umgarnen, verfolgen ihre Ziele mit Körpereinsatz und beginnen ein Verhältnis, ein manipulatives Spiel. Vertrauen scheint unmöglich. Verrat allgegenwärtig.
»Stille Reserven« wurde auf dem Saas-Fee Filmfest als bester Film mit der „Kristall-Lärche“ ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: „Der Preis für den besten Film geht an ein Team, das in allen Belangen - Schauspiel, Ausstattung, Kamera, Sound-Design, Produktion - herausragendes leistet. Und an einen Autor und Regisseur, der all das souverän zu einem kraftvollen, persönlichen Film zu bündeln vermochte.“
ak