Sonderveranstaltung

Solitaire ou Solidaire? - Einsam oder Gemeinsam?

Wie kein anderes Land hat Griechenland unter der Finanzkrise und Austeritätspolitik Europas zu leiden. Folge ist u.a. ein weitgehender Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Um dieser Entwicklung zu begegnen, haben sich Soziale Arztpraxen und Apotheken gegründet, die notleidende Griech_innen und Flüchtende versorgen. Die Dokumentation zeigt die Entstehung, Entwicklung und den Arbeitsalltag der Sozialen Klinik in Thessaloniki (KIA), stellvertretend für über 200 Einrichtungen dieser Art in ganz Griechenland. Für die solidarischen Initiativen stellt sich grundsätzlich die Frage, inwieweit sie staatliche Aufgaben und Verpflichtungen wahrnehmen wollen. Sind sie nur ein Pflaster für die fehlende staatliche Versorgung in Zeiten der Krise oder Keimzelle einer solidarischen Alternative über Krisenzeiten hinaus?

Im Gegenzug zu den durch sie gewährten Krediten verlangte die Troika von Griechenland, Staatsausgaben zurückzuschrauben und auch im Gesundheitswesen zu sparen. Binnen kurzem verloren 30% der Bevölkerung ihren Krankenversicherungsstatus und damit den Zugang zu medizinischer Versorgung. Als Akte des Widerstands wurden in vielen Städten solidarische Praxen und Kliniken gegründet, die diese Menschen umsonst behandelten. Die Aktivist_innen in diesen Praxen arbeiten unentgeltlich, kollektiv und basisdemokratisch. Die Solidarische Praxis in Thessaloniki war eine der ersten ihrer Art und arbeitet nach wie vor.
Der Film zeichnet die Geschichte der Praxis, ihrer Aktivist_innen und Patient_innen nach. Es ist eine Geschichte der praktischen und kämpferischen Solidarität.